«Mitgefühl mit Tieren und ein guter Charakter sind derart eng miteinander verknüpft, daß man mit Gewißheit feststellen kann, daß niemand, der grausam gegen Tiere ist, ein guter Mensch sein kann.»
(Arthur Schopenhauer)

Fachartikel

pflanzliche Proteine 470

Sehr viele Menschen sind bis heute der Überzeugung, dass ohne tierische Proteine eine ausreichende Eiweißversorgung des Menschen nicht möglich sei. Mit pflanzlichen Proteinen sei der Eiweißbedarf des Menschen nicht zu decken, die geringe Wertschätzung pflanzlicher Proteine ist auch daran zu erkennen, dass z. B. der Verzehr von proteinreichen Hülsenfrüchten in Deutschland bei 0,4 – 1,7 kg pro Kopf pro Jahr liegt – während der Fleischkonsum 2015 knapp 60 kg pro Kopf betrug.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist entscheidend, ob durch die Proteinzufuhr eine ausreichende Menge an essentiellen Aminosäuren aufgenommen wird. Bekanntlich können die essentiellen Aminosäuren vom Körper nicht selber gebildet werden, sie müssen also obligat über Nahrungsmittel zugeführt werden. Jedes Protein, tierisch und pflanzlich, hat ein spezifisches Aminosäurenmuster, aus dem abgeleitet werden kann, in welchem Umfang dieses Aminosäurenmuster dem Aminosäurenbedarf des Stoffwechsels entspricht. Man spricht von der biologischen Wertigkeit eines Proteins.

Das Volleiprotein hat die höchste biologische Wertigkeit und gilt als Referenzprotein. Bei pflanzlichen Proteinen ist es meist so, dass bestimmte Aminosäuren nur in geringen Mengen im Protein vorhanden sind. Durch eine geeignete Kombination pflanzlicher Proteine kann aber problemlos der Bedarf an essentiellen Aminosäuren gedeckt werden. Zum Beispiel sind Getreideproteine lysinarm und methioninreich, während die Proteine von Hülsenfrüchten lysinreich und methioninarm sind. Eine Kombination von Getreideproteinen und Proteinen von Hülsenfrüchten führt also zu einem vollständigen Aminosäurenmuster.
Tierische Proteine sind für die menschliche Ernährung nicht erforderlich, weil mit pflanzlichen Proteinen eine ausreichende Protein- und Aminosäurenversorgung möglich ist. Proteine aus verschiedenen pflanzlichen Nahrungsmitteln müssen nicht zur gleichen Zeit verzehrt werden, d.h. nicht gemeinsam in einer Mahlzeit. Es ist ausreichend, wenn sie über den Tag verteilt werden. Soweit einige ernährungswissenschaftliche Fakten zu pflanzlichen Proteinen...

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Aus dem Archiv

Fleisch und Pheromone

Der hohe Fleischkonsum in den westlichen Industrieländern bedingt zwangsläufig die landwirtschaftliche Erzeugung großer Mengen an Schlachtvieh. So zählte das Bayrische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten 2001 bei der letzten Viehzählung 4,08 Mio. Rinder, aufgeteilt in 1,4 Mio. Milchkühe und 2,68 Mio. Mastrinder. Vom Statistischen Bundesamt wurden in Bayern im gleichen Jahr 3,564 Mio. Schweine gezählt.

Durch die industrielle Massentierhaltung werden riesige Güllemengen erzeugt und entsprechend in die Umwelt ausgebracht. So ergossen sich aus den Rinder- und Schweineställen Bayerns im Jahre 2001 9,525 Mrd. Liter Gülle über Feld und Flur. Das ergibt umgerechnet auf die Bevölkerung von Bayern 2,2 Liter pro Kopf und Tag.

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