«Ich besitze selbst viele Tiere und liebe sie über alles. Wie könnte ich dann ihr Fleisch essen? Seit ich 20 Jahre alt bin, habe ich keinen Bissen Fleisch mehr angerührt.»
(Michael Jackson)


Wissenschaftler der Eidgenössischen Ernährungskommission publizierten einen Übersichtsartikel über epidemiologische Studien zum Fleischkonsum.

In die Untersuchung wurden hochwertige Langzeitstudien wie die Nurses' Health Study und die Health Professionals Follow-Up Study einbezogen. Die Wissenschaftler der Ernährungskommission kamen zu dem Schluss, dass aus der zusammengefassten Evidenz aus Kohortenstudien ableitbar sei, dass für rotes Fleisch und vor allem für Fleischprodukte, gesundheitlich negative Langzeitwirkungen angenommen werden müssen. Die Langzeitwirkungen betreffen Sterblichkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Formen von Krebs wie Dickdarmkrebs. Die offiziellen Empfehlungen zum Verzehr von unverarbeitetem roten Fleisch sollten eine Beschränkung beinhalten, und der Verzehr von verarbeitetem roten Fleisch sollte noch einschränkender empfohlen werden.

Referenz:
Evelyne Battaglia Richi, Beatrice Baumer et al.: Health Risks Associated with Meat Consumption: A Review of Epidemiological Studies; Int. J. Vitam. Nutr. Res., 85 (1 – 2), 2015, 70 – 78

Fachartikel

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Pflanzliche Proteine - gesundheitliche Aspekte

pflanzliche Proteine 470

Sehr viele Menschen sind bis heute der Überzeugung, dass ohne tierische Proteine eine ausreichende Eiweißversorgung des Menschen nicht möglich sei. Mit pflanzlichen Proteinen sei der Eiweißbedarf des Menschen nicht zu decken, die geringe Wertschätzung pflanzlicher Proteine ist auch daran zu erkennen, dass z. B. der Verzehr von proteinreichen Hülsenfrüchten in Deutschland bei 0,4 – 1,7 kg pro Kopf pro Jahr liegt – während der Fleischkonsum 2015 knapp 60 kg pro Kopf betrug.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist entscheidend, ob durch die Proteinzufuhr eine ausreichende Menge an essentiellen Aminosäuren aufgenommen wird. Bekanntlich können die essentiellen Aminosäuren vom Körper nicht selber gebildet werden, sie müssen also obligat über Nahrungsmittel zugeführt werden. Jedes Protein, tierisch und pflanzlich, hat ein spezifisches Aminosäurenmuster, aus dem abgeleitet werden kann, in welchem Umfang dieses Aminosäurenmuster dem Aminosäurenbedarf des Stoffwechsels entspricht. Man spricht von der biologischen Wertigkeit eines Proteins.

Das Volleiprotein hat die höchste biologische Wertigkeit und gilt als Referenzprotein. Bei pflanzlichen Proteinen ist es meist so, dass bestimmte Aminosäuren nur in geringen Mengen im Protein vorhanden sind. Durch eine geeignete Kombination pflanzlicher Proteine kann aber problemlos der Bedarf an essentiellen Aminosäuren gedeckt werden. Zum Beispiel sind Getreideproteine lysinarm und methioninreich, während die Proteine von Hülsenfrüchten lysinreich und methioninarm sind. Eine Kombination von Getreideproteinen und Proteinen von Hülsenfrüchten führt also zu einem vollständigen Aminosäurenmuster.
Tierische Proteine sind für die menschliche Ernährung nicht erforderlich, weil mit pflanzlichen Proteinen eine ausreichende Protein- und Aminosäurenversorgung möglich ist. Proteine aus verschiedenen pflanzlichen Nahrungsmitteln müssen nicht zur gleichen Zeit verzehrt werden, d.h. nicht gemeinsam in einer Mahlzeit. Es ist ausreichend, wenn sie über den Tag verteilt werden. Soweit einige ernährungswissenschaftliche Fakten zu pflanzlichen Proteinen...

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