«So lebe ich fettlos, fleischlos, fischlos dahin, fühle mich aber ganz wohl dabei. Fast scheint mir, daß der Mensch gar nicht als Raubtier geboren ist.»
(Albert Einstein)

Petrischale Cornelia Menichelli pixelio 470

Gefahr von Antibiotikaresistenz durch Tierhaltung

Im Februar 2005 kam die Meldung in den Zeitungen, dass „...die Sepsis (der Volksmund sagt dazu auch Blutvergiftung durch Bakterien) die dritthäufigste Todesursache in Deutschland ist“ (Dr. Brunkhorst vom Kompetenznetz Sepsis in Deutschland). Somit fordert die Sepsis mehr Todesopfer als Brust- oder Darmkrebs.

Bereits 3 Monate vorher sagte Dr. med. Pitten, Leiter des Bereiches Hygiene und Umweltmedizin am Würzburger Institut für Hygiene und Mikrobiologie, in einer Würzburger Tageszeitung: „Man müsste generell den Einsatz von Antibiotika beschränken. Die werden aber zum größten Teil nicht beim Menschen eingesetzt, sondern tonnenweise in der Massentierhaltung“. Im Juli 2005 wurden 2 Studien zum Thema Antibiotikaresistenzen (d.h. Antibiotika wirken nicht mehr) in einer Arbeit des Fogarty International Center in Bethesda, USA, publiziert. Es wurde von amerikanischen Wissenschaftlern die Auswirkung von Risikofaktoren für die Entwicklung resistenter Bakterien vorgenommen. Dabei zeigte sich, dass Antibiotika in der Tierhaltung möglicherweise einen größeren Einfluss auf die Entwicklung resistenter Keime haben als ihr Einsatz in Krankenhäusern. Anhaltspunkt war ein Vergleich von EU und USA: Das Antibiotikum Avoparcin wurde in Europa seit den 70er Jahren in der Tierhaltung eingesetzt. Es hat eine starke Ähnlichkeit mit dem in der Humanmedizin eingesetzten Antibiotikum Vancomycin. In Europa kam es deshalb im Gegensatz zu den USA zu häufigen Resistenzen gegen Vancomycin. Ein klarer Beweis dafür, dass der Einsatz des Antibiotikums in der Landwirtschaft für Resistenzen beim Menschen verantwortlich ist. In einer Studie der Universität Paderborn konnten Forscher nachweisen, dass in der Tierhaltung eingesetzte Antibiotika durch das Verteilen der Gülle auf Feldern von Nutzpflanzen aufgenommen werden und somit in Nahrungsmittel gelangen. Der Leiter der Studie, Prof. Dr. Manfred Grote, kommentierte dieses Ergebnis wie folgt: „Die weltweit zunehmenden Risiken durch Antibiotikaresistenzen können aber durch den Arzneimitteleinsatz verstärkt werden, wenn Antibiotikarückstände nicht nur in Lebensmitteln vom Tier, sondern auch über Nutzpflanzen in die Nahrung gelangen“. Diese Rückstände wurden in den Wurzeln und Grünanteilen erntereifer Pflanzen nachgewiesen, sogar im Korn des Winterweizens. Selbst nach 8 Monaten sind die Antibiotika noch in der Gülle nachweisbar.

 

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