«Jeder normale Mensch, der einmal gesehen hat, wie es im Schlachthaus zugeht, der einmal gesehen hat, wie eine Kuh ausgenommen wird, müßte doch sofort aufhören, Fleisch zu essen.»
(Thomas D)

Wildschwein Gischott pixelio 470

Die Folgen von Tschernobyl, knapp 30 Jahre nach dem Reaktorunglück, sind immer noch in deutschen Wäldern nachweisbar. Bayerns Wildschweine sind stärker mit Radioaktivität verstrahlt, als es die Jägerlobby zugeben möchte.

Messdaten des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) belegen dies und sollten eigentlich nicht in die Öffentlichkeit gelangen. Doch einer packte im März dieses Jahres aus: Helmut Rummel, der die Messdaten für den BJV gesammelt und bis zum März 2015 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen entsprechende Messungen durchgeführt hatte, wollte, dass diese Messdaten öffentlich werden. „Die Leute wissen nicht, was sie essen“ – so Rummel, dem zwischenzeitlich seine Aufgabe beim BJV entzogen wurde.

Den Messdaten zufolge wurden im Jahr 2013 bei 140 erledigten Wildschweinen eine Belastung von mehr als 10.000 Becquerel pro Kilogramm gemessen. Der zulässige Grenzwert liegt bei 600 Becquerel pro Kilogramm Wildschwein. So sollen im Landkreis Augsburg 88 Wildschweine von Jägerhand erschossen worden sein, bei denen über 10.000 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen wurden. Im Nationalpark Bayerischer Wald sind im Jahr 2013 von zwanzig erschossen Wildschweine bei dreizehn einen Becquerel-Wert von über 10.000 nachgewiesen worden.

In Bayern gibt es über 100 Messstationen, von denen Rummel die Messergebnisse erhielt und auswertete. Der Öffentlichkeit werden diese Messdaten eigentlich nicht zugänglich gemacht, diese werden lediglich dem Umweltministerium für wissenschaftliche Zwecke übergeben.

Wie auch in vielen Wäldern Deutschlands sind insbesondere auch in tschechischen Regionen die Waldböden mit radioaktivem Cäsium stark belastet – ebenfalls ein Erbe des Reaktorunfalls in Tschernobyl vor 29 Jahren. Auch hier sind die Wildschweine dementsprechend stark verstrahlt, was jetzt bei einem Wildesser starkes Aufsehen erregte.
Nach einem Pressebericht des Spiegels wurde im tschechischen Atomkraftwerk Temelin ein Alarm ausgelöst, da die Messgeräte erhöhte Radioaktivität aufzeigten. Der Grund für die hohen Messwerte konnte bei einem Arbeiter ausfindig gemacht werden, der am Tag zuvor Wildschwein aus dem Böhmerwald gegessen hatte.

Referenz:
Spiegel.de: 16.10.2015: Wildschwein-Esser löst Fehlalarm in AKW aus
Welt.de, 20.04.2015: Geheimsache radioaktiv verstrahlte Wildsäue

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Aus dem Archiv

Verheizte Kühe für Billigmilch: Doku der ARD

Khe 200Die Deutschen konsumierten im Jahr 2014 pro Kopf durchschnittlich 125,10 kg Milch und Milchprodukte. Um diesen gewaltigen Bedarf an Milch zu decken werden Millionen Kühe gehalten, 2014 waren es allein in Bayern über 1,2 Mio, deutschlandweit zählte man über 4,3 Mio.

Milch ist zu einem Billigprodukt geworden, das es schon für 0,55 Cent pro Liter im Supermarkt gibt. Aber wo kommt die Milch eigentlich her, wie wird sie produziert? Man weiß wenig über das Leid der Milchkühe, und möchte es im Grunde auch gar nicht wissen - das ist so wie beim Steak -, sonst könnte ja einem der Appetit vergehen.

Die ARD wollte es genauer wissen und recherchierte, wie es der "Milchmaschine Kuh" geht. Die Dokumentation „Verheizt für billige Milch – Das Leiden der deutschen Turbokühe“ von Monika Anthes und Edgar Verheyen wurde Ende Juli 2015 im ARD-Politikmagazin REPORT-Mainz ausgestrahlt und zeigt das Elend der Turbokühe ungeschminkt auf.

Viele Bauern passten sich in den letzten Jahren dem Trend der Milchwirtschaft an und sattelten um auf Zuchtkühe, die wesentlich mehr geben, als es der Natur eigentlich entspricht.  Es sind sogenannte Hochleistungskühe oder Turbokühe, bei denen jährlich 10.000 Liter abgemolken werden, anstatt wie früher 6.000 Liter. Um dieses Ziel zu erreichen, bekommen die Tiere teures Kraftfutter, das gar nicht „kuhgerecht“ ist und die Tiere krank macht, so die Recherche von ARD...

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