«Die industrielle Fließbandhaltung von Tieren ist zweifelsohne eines der dunkelsten, schandhaftesten Kapitel der menschlichen Kultur.»
(Konrad Lorenz)

Fleisch und Fleischprodukte werden schon seit vielen Jahren mit der Entstehung verschiedener Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. So wurden beispielsweise immer wieder aufs Neue Studien durchgeführt, um das Darmkrebsrisiko durch den Verzehr von rotem Fleisch und Fleischprodukten einzuschätzen.

Jetzt ist es aber offiziell, dass der Konsum von Wurst, Schinken etc. gesundheitsschädlich ist: Die Internationale Agentur für Krebsforschung IARC, eine Behörde der WHO, stufte verarbeitetes Fleisch in die Gruppe 1 der krebserregenden Stoffe ein und stellt Fleisch damit auf die gleiche Stufe wie Tabakrauch, Asbest und Röntgenstrahlung. Zu verarbeitetem Fleisch gehören gepökelte, geräucherte oder anderweitig haltbar gemachte oder geschmacklich veränderte Fleischprodukte, wie z.B. Wurst, Corned Beef, Kasseler, oder auf Fleisch basierende Saucen, aber auch Geflügelwurst und verarbeitete Innereien. Der Verzehr all dieser Produkte kann nach Einschätzung der IARC Darmkrebs verursachen und möglicherweise auch Magenkrebs.

Rotes Fleisch, zu dem das Muskelfleisch von Schwein und Rind gehört, hat die IARC der Gruppe 2A zugeordnet, zu der u.a. auch das Pflanzengift Glyphosat zählt, und wird somit als wahrscheinlich krebserregend bewertet. Die IARC kommt bei rotem Fleisch zu dem Konsens, dass dieses wahrscheinlich Darmkrebs auslösen kann, außerdem wird es mit Tumoren in der Bauchspeicheldrüse und der Prostata in Verbindung gebracht.

Der tägliche Verzehr von 50 Gramm verarbeitetem Fleisch erhöht das Risiko für Darmkrebs um 18 Prozent. Sollte rotes Fleisch krebserregend sein, könnte der Verzehr von 100 Gramm täglich einen ähnlichen Effekt haben - so die Einschätzung der IARC.

Referenz:
spiegel.de, 25.10.2015: So gefährlich ist Wurst wirklich.

Kommentar, 02.11.2015:
Erwartungsgemäß hat die Einstufung von verarbeitetem Fleisch als krebserregend für erhebliches Medieninteresse gesorgt. Es scheint so, dass viele Menschen nicht akzeptieren wollen, dass der Verzehr von Fleisch und Wurst gesundheitsschädlich sein kann. In welchem Umfang Fleisch und Fleischprodukte eine Gefahr für die Gesundheit darstellen, wird derzeit sehr kontrovers diskutiert.

Es geht nicht darum, jemandem das Recht auf freie Nahrungsmittelauswahl zu beschneiden, vielmehr könnte man auch einmal darüber nachdenken, welches furchtbare Leid für die Tiere der Fleischkonsum mit sich bringt und auch wie katastrophal die ökologischen Folgen des hohen Fleischkonsums sind. Immerhin wird weltweit rund ein Drittel der Festlandsfläche für die Fleischproduktion genutzt. Es kann nicht ernsthaft bestritten werden, dass der hohe Verzehr von Fleisch und Wurst ganz wesentlich zum Klimawandel beiträgt, und die Menschheit muss sich insgesamt die Frage stellen, ob wir uns solche massiv umweltschädlichen Gewohnheiten überhaupt noch leisten können. Der Verzehr von Fleisch und Wurst ist für die menschliche Ernährung nicht erforderlich, und deshalb ist die Gewohnheit des Fleisch- und Wurstessens durchaus kritisch zu sehen.

Keinesfalls sollte jetzt ein "Umsteigen" auf den Fischverzehr erfolgen. Angesichts des Welternährungtages am 16.10.2015 hat der WWF eindringlich vor den Auswirkungen überfischter Meere auf Mensch und Natur gewarnt. Der weltweite Pro-Kopf-Fischkonsum hat sich seit 1960 verdoppelt. Gleichzeitig sind die Populationen der Fische auf die Hälfte geschrumpft. Auch der Fischfang ist mit großen Tierqualen verbunden.

Eine vegetarische Ernährung ist ernährungsphysiologisch absolut bedarfsdeckend, hat viele gesundheitliche und ökologische Vorteile und bietet zudem interessante kulinarische Vorzüge.

 

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Aus dem Archiv

Der Einfluss der Ernährung auf den Blutdruck

Blutdruck Rainer Sturm pixelio 200

Die Blutdruckmessung gehört zu den häufigsten Untersuchungen in einer ärztlichen Praxis. Die meisten Menschen werden deshalb wissen, dass beim Blutdruck zwei Werte bestimmt werden, nämlich der obere Wert oder systolische Blutdruck und der untere Wert oder diastolische Blutdruck. Der systolische Blutdruck entsteht durch Auswurf des Blutes aus der linken Herzkammer. Der diastolische Blutdruck repräsentiert das Druckminimum durch den Abstrom des Blutes in den Arterien.

Die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck wird Bludruckamplitude genannt. Sie beträgt für einen Jugendlichen oder für einen jungen Erwachsenen etwa 40 mm Hg, also 120/ 80. Ein systolischer Blutdruck bis 130 und ein diastolischer bis 85 gilt als normal. Blutdruckwerte von 140/ 90 bis 159/ 94 werden als Grenzwerthypertonie bezeichnet. Darüber liegenden Werten spricht man von Bluthochdruck oder arterieller Hypertonie.

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