«Auschwitz fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt: ‹Es sind ja nur Tiere.›»
(Theodor W. Adorno)

Publikationen

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Ernährungsumschulung zur Prävention und Therapie

Zu Beginn des Jahres 2007 schätzte die internationale Diabetes-Föderation (IDF) die Zahl der Diabetiker weltweit auf fast 250 Millionen, das heißt, dass sich in den letzten zwanzig Jahren die Zahl der Betroffenen versiebenfacht hat. Für die kommenden zwanzig Jahre wird ein weiterer Anstieg der Diabetikerfälle auf 350 Millionen weltweit vorausgesagt.

Derzeit leiden etwa sechs Millionen Deutsche an Diabetes – schon 2010 könnten es zehn Millionen sein. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat Ende 2006 die Diabetes-Epidemie als eine ernsthafte Bedrohung der Weltgesundheit bezeichnet und zum Kampf gegen diese Erkrankung aufgerufen. Diabetes tritt in vier Typen auf. Der Typ 1 wird durch Immunerkrankungen hervorgerufen; der Typ 3 durch Medikamente,
Hormonstörungen, Infektionen oder genetische Defekte; Typ 4 ist der seltene Schwangerschaftsdiabetes.
Prof. Dr. med. Werner Scherbaum aus dem Deutschen Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sagte dazu Folgendes: „Neue Hochrechnungen aus dem Jahr 2004 schätzen für das Jahr 2030 (weltweit, Anm. d. Verf.) eine Zahl von 366 Millionen Diabetikern. Dies ist hauptsächlich Folge des Bevölkerungswachstums, einer immer älter werdenden Bevölkerung, der Verstädterung, der ungesunden Ernährungsgewohnheiten und Folge der mangelnden körperlichen Bewegung ... Ungefähr die Hälfte aller Menschen mit Typ 2 Diabetes mellitus wissen nichts von ihrer Krankheit ... Auch heute noch beträgt die Zeit zwischen dem Beginn der Erkrankung und der Diagnosestellung 5-8 Jahre. In dieser Zeit können schon Organschäden auftreten. Daher sind auch bei vielen Patienten mit Diabetes mellitus schon zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Langzeitfolgen der Erkrankung nachzuweisen. Daher ist die frühzeitige Entdeckung des Diabetes eine der wichtigsten Maßnahmen überhaupt.“...

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 Salat Dieter Schütz pixelio 470

 

Eine der sinnvollsten und wirksamsten Präventivmaßnahmen überhaupt 

Ernährungsabhängige Erkrankungen nehmen in allen modernen Industriestaaten und in vielen Entwicklungsländern weltweit zu und stehen in einem engen Zusammenhang mit dem „Western-Diet-Ernährungsstil“. Dieser ist gekennzeichnet durch eine hohe Zufuhr von tierischen Proteinen, Fetten und raffinierten Kohlenhydraten.

Übergewicht und Adipositas sind weltweit die Pandemie des neuen Jahrtausend. Nach Schätzungen der WHO beträgt die Zahl der Übergewichtigen rund 1 Mrd. Menschen. Die Zahl der Diabetiker liegt nach aktuellen Angaben der internationalen Diabetes-Föderation (IDF) bei fast 250 Millionen und damit weit höher als bisher angenommen. Ernährungsmedizinische Präventivmaßnahmen sind also bedeutender denn je.

Dabei ist die vegetarische Ernährung in hervorragender Weise geeignet, die Risiken für ernährungsabhängige Erkrankungen zu vermindern. Sie erfüllt sehr gut die aktuellen wissenschaftlichen Anforderungen an eine gesunderhaltende Ernährung, die lauten: erhöhter Verzehr pflanzlicher Lebensmittel, verminderter Verzehr tierischer Lebensmittel, höhere Zufuhr von Vollkornprodukten, Einschränkung von Auszugsmehlprodukten und raffinierten Produkten, geringerer Verzehr von Fett.
Neben rein medizinischen Aspekten gibt es noch weitere wichtige Argumente dafür Vegetarier zu werden. Im November 2006 hat die FAO unter dem Titel „Livestocks long shadow“ eine umfangreiche Dokumentation über die globalen ökologischen Folgen der Tierhaltung publiziert. Die Massenhaltung von Vieh hat einen Anteil von 18 Prozent CO2-Äquivalenten am Treibhauseffekt. Dieser Beitrag ist höher als der des gesamten Verkehrswesens weltweit. Die Tierhaltung ist auch verantwortlich für fast zwei Drittel der anthropogenen Ammoniakemissionen, die signifikant zu der Versauerung des Regens und zu einer Schädigung der Ökosysteme beitragen. Außerdem trägt die Massentierhaltung zu 65 Prozent zur Freisetzung der Stickoxide sowie zu 37 Prozent zur Emission anthropogenen Methans bei. Nach den Analysen der FAO ist die Tierhaltung der größte Verursacher der Wasserverschmutzung und bewirkt die Überdüngung von küstennahen Gewässer, die Entstehung von Todeszonen sowie die Zerstörung von Korallenriffen etc.

Aufgrund der von der FAO publizierten Fakten ist die Tierhaltung einer der zwei oder drei bedeutendsten Verursacher der größten Umweltprobleme. Die vegetarische Ernährung ist somit auch eine wirksame Maßnahme zum Umweltschutz.

Im Folgenden werden der Stellenwert und die Wirkmechanismen der vegetarischen Ernährung bei verschiedenen Zivilisationskrankheiten ausführlich dargestellt.

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