«So lebe ich fettlos, fleischlos, fischlos dahin, fühle mich aber ganz wohl dabei. Fast scheint mir, daß der Mensch gar nicht als Raubtier geboren ist.»
(Albert Einstein)

Es ist schon länger bekannt, dass Estrogene in Kontrazeptiva die Entstehung hormonabhängiger Tumoren fördern können. Bisher wurde aber wenig erforscht, inwieweit die Estrogenaufnahme aus Fleisch die Tumorhäufigkeit beeinflusst, obwohl bekannt ist, dass Rindfleisch und Hühnerfleisch von Tieren stammt, die häufig Estrogensupplemente erhalten.

Japanische Wissenschaftler untersuchten nun in verschiedenen Fleischproben die Estrogenkonzentration. Die Hormonkonzentrationen waren generell im Fett höher als im Muskelfleisch. Japanisches und US-amerikanisches Hühnerfleisch wiesen die höchsten Estrogenkonzentrationen auf. Auch Rindfleisch aus den USA war estrogenbelastet. Bei japanischem Rindfleisch und brasilianischem Hühnerfleisch wurde keine Estrogenbelastung nachgewiesen. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die Estrogenbelastung in den Fleischproben sicherlich auf die Estrogenzufuhr während der Tierhaltung zurückzuführen ist. Die Estrogenkonzentration im Fleisch seien natürlich viel niedriger als die in Kontrazeptiva. Wenn man aber den lebenslangen Verzehr von Fleisch in Betracht zieht, muss die Estrogenzufuhr über dieses Produkt durchaus als ein Faktor angesehen werden, der die menschliche Gesundheit beeinträchtigt. Estrogene aus Fleisch und Fleischprodukten fördern die Estrogenanreicherung im menschlichen Körper und könnten auch das Auftreten hormonabhängiger Tumoren fördern.

Referenz:
Y Handa et al.: Does dietary estrogen intake from meat relate to the incidence of hormone-dependent cancers? Journal of Clinical Oncology, 2010 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol. 28, No 15, 2010

Aus dem Archiv

Fischverbrauch höher denn je

Thunfisch 470Im Juli 2016 erschien der neue Bericht der FAO zum Zustand der Fischerei. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch hat einen neuen Rekord erreicht. Außerdem geht aus dem Bericht hervor, dass die Überfischung der Weltmeere weiter zunimmt. 31,4 Prozent der Fischbestände sind überfischt, 58,1 Prozent werden bis an ihre biologischen Grenzen genutzt und nur 10,5 Prozent der Fischbestände werden moderat befischt. Interessanterweise gehen die Einschätzungen bezüglich der Überfischung stark auseinander. Die FAO gibt den überfischten Anteil im Mittelmeer und Schwarzem Meer auf 59 Prozent an, die Fischereikommission für das Mittelmeer kommt auf 85 Prozent, die EU-Kommission schätzt den überfischten Anteil sogar auf 91 Prozent.
Die Aquakultur hat seit 2009 um ein Drittel zugelegt, der Konsum von Aquakultur-Fischen liegt inzwischen bei 74 Mio. Tonnen.

Referenz:
süddeutsche.de, 10.07.2016: Die Leere der Meere

Anmerkung:
Aus dem FAO-Bericht geht hervor, dass für 3,1 Mrd. Menschen der Verzehr von Fisch mindestens ein Fünftel der tierischen Proteine liefert. Es stellt sich hier grundsätzlich die Frage, warum nicht das große Potenzial pflanzlicher Proteine besser genutzt wird. Für die menschliche Ernährung ist der Verzehr tierischer Proteine nicht lebenswichtig. Durch eine geeignete Kombination pflanzlicher Proteine ist eine vollwertige Proteinversorgung möglich. Einer der wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung der Überfischung wäre sicherlich die Aufklärung über die Entbehrlichkeit des Fischverzehrs für eine ausreichende Proteinversorgung.

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