«Jeder normale Mensch, der einmal gesehen hat, wie es im Schlachthaus zugeht, der einmal gesehen hat, wie eine Kuh ausgenommen wird, müßte doch sofort aufhören, Fleisch zu essen.»
(Thomas D)

Unbestritten bringt die vegetarische Ernährung – nach dem Stand der heutigen Forschung – mehrere günstige Wirkungen in der Prävention und Therapie einiger Erkrankungen mit sich. Bisher war jedoch noch nicht bekannt, wie sich die vegetarische Ernährung auf die mentale Gesundheit des Menschen auswirkt. Diese Frage ist vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass in einigen Studien der

Fischkonsum bzw. die Zufuhr langkettiger Omega-3-Fettsäuren einen günstigen Effekt auf die psychische Befindlichkeit ausübten. In einer Studie der Arizona State University wurde untersucht, wie sich die vegetarische Ernährung auf die Gemütslage des Menschen auswirkt. An der Untersuchung nahmen 138 gesunde Probanden aus der Religionsgemeinschaft der Siebentage-Adventisten teil, davon ernährten sich 60 vegetarisch, 78 waren Mischköstler. Neben der Erfassung der Ernährungsgewohnheiten mussten die Studienteilnehmer auch zwei psychometrische Fragebogen ausfüllen: die „Depression Anxiety Stress Scale“ (DASS) und das „Profile of Mood States“ (POMS). Die Vegetarier berichteten in beiden Testverfahren über bedeutend weniger negative Emotionen im Vergleich zu den Mischköstlern, hatten also ein deutlich besseres Testergebnis.
Die Zufuhr von Alpha-Linolensäure und von Linolsäure war bei den Vegetariern signifikant höher als bei den Mischköstlern, die Aufnahme von EPA und DHA hingegen war signifikant niedriger. EPA und DHA sind die typischen Omega-3-Fettsäuren, wie sie im Fischöl vorkommen. Trotz der niedrigen Zufuhr von EPA und DHA schnitten die Vegetarier bei den beiden psychometrischen Tests deutlich besser ab als die Mischköstler, was eigentlich den herrschenden wissenschaftlichen Vorstellungen widerspricht.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die geringe Aufnahme der Arachidonsäure und die hohe Zufuhr der Alpha-Linolensäure ganz offensichtlich einen günstigen Einfluss auf die psychische Befindlichkeit hatten. Bereits vor einiger Zeit konnte nachgewiesen werden, dass die Plasmakonzentrationen von EPA und DHA bei Vegetariern ausreichend sind, solange eine hohe Aufnahme von Alpha-Lionolensäure gewährleistet ist.

Referenz:
Bonnie L Beezhold et al: Vegetarian diets are associated with healthy mood states: a cross-sectional study in Seventh Day Adventist adults; Nutrition Journal 2010


Aus dem Archiv

Vegetarische Ernährung und Uterusmyome

Chinesische Wissenschaftler untersuchten, in wieweit eine vegetarische Ernährung das Risiko für Uterusmyome beeinflusst. Dabei zeigte sich, dass ein hoher Verzehr von Brokkoli, Kohl, Tomaten und Äpfeln offensichtlich einen protektiven Effekt gegen die Myombildung hatte.

Referenz:
Yang Shen, Yanting Wu, Qing Lu: Vegetarian diet and reduced uterine fibroids risk: A case–control study in Nanjing, China; J Obstet Gynaecol Res. 2015 Oct 12.

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