«Ich habe schon in jüngsten Jahren dem Essen von Fleisch abgeschworen, und die Zeit wird kommen, da die Menschen wie ich die Tiermörder mit gleichen Augen betrachten werden wie jetzt die Menschenmörder.»
(Leonardo da Vinci)

Schon länger ist ein Zusammenhang zwischen dem colorectalen Carcinom und dem Konsum von rotem Fleisch bzw. verarbeitetem Fleisch nachgewiesen worden. In einer großen Studie gingen jetzt US-Forscher der Frage nach, welche Komponenten als die Hauptverursacher des Tumors anzusehen sind. Sie fanden drei hauptsächliche Verursacher: Hämeisen, Nitrat/ Nitrit und heterozyklische Amine.

In der Studie wurden über 300.000 Frauen über einen Zeitraum von sieben Jahren beobachtet. Nach dieser Zeit wurden 2.719 Fälle von colorectalem Carcinom in dieser Gruppe festgestellt. Das obere Fünftel mit dem größten Fleischkonsum zeigte gegenüber dem Fünftel mit dem kleinsten Fleischkonsum ein signifikant höheres Darmkrebsrisiko. Bei rotem Fleisch war das Risiko 24 Prozent höher und bei verarbeitetem Fleisch 16 Prozent. Hierfür war die Aufnahme von Hämeisen, von Nitraten aus verarbeitetem Fleisch und von heterozyklischen Aminen signifikant verantwortlich.

Referenz:
Cross AJ et al: A large prospective study of meat consumption and colorectal cancer risk: An investigation of potential mechanisms underlying this association: Cancer Res. 2010 mar 9

Aus dem Archiv

Fleisch als Überträger von Krankheitserregern

US-Wissenschaftler untersuchten verschiedene Fleischproben, die sie im Einzelhandel gekauft hatten, hinsichtlich Klebsiella pneumoniae. Außerdem untersuchten sie Urin- und Blutproben von Patienten, die aus dem gleichen Ort stammten aus denen die Fleischproben kamen, auf den gleichen Erreger.

Die aus den Fleischproben gewonnenen Isolate waren im Vergleich zu den klinischen Isolaten mit größerer Wahrscheinlichkeit antibiotikaresistent.

Die enge genetische Verwandtschaft der Erreger aus Fleischisolaten und klinischen Isolaten lässt die Vermutung zu, dass offensichtlich die Übertragung zwischen diesen beiden Quellen sehr leicht erfolgen kann. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass Fleisch aus dem Einzelhandel ein mögliches Vehikel für die Übertragung von Virulenten und antibiotikaresistenten K. pneumoniae ist.

Referenz:
Davis GS, Waits K et al.: Intermingled Klebsiella pneumoniae Populations Between Retail Meats and Human Urinary Tract Infections; Clin Infect Dis. 2015 Jul 22. pii: civ428.

 

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