«Auschwitz fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt: ‹Es sind ja nur Tiere.›»
(Theodor W. Adorno)

Der Verzehr von rotem Fleisch und tierischen Fetten ist ein Risikofaktor für die Entstehung eines Endometrium-Karzinoms (Tumorerkrankung der Gebärmutterschleimhaut). Das wurde bislang schon in mehreren Studien festgestellt. Bisher war aber nicht bekannt, welchen Einfluss das Eisen aus tierischen Lebensmittel auf die Tumorentstehung hatte.

Wissenschaftler des Institute for Medicine and Public Health der Universität Nashville in Tennessee untersuchten in einer groß angelegten Studie diesen Zusammenhang.

An der „Shanghai Endometrial cancer Study“ nahmen 1204 Patientinnen mit Endometrium-Karzinom sowie 1212 gesunde Kontrollpersonen teil. Dabei wurden in Interviews und Fragebögen die Ernährungsgewohnheiten ermittelt, und anhand von Lebensmitteltabellen wurde die Menge der Einnahme von Eisen aus tierischen Lebensmitteln und von Fetten berechnet.

Bei postmenopausalen Frauen und bei Frauem mit einem BMI größer als 25 wurde ein Zusammenhang zwischen der Eisenaufnahme aus tierischen Quellen und dem Risiko eines Endometrium-Karzinoms festgestellt.

Demzufolge könnte bei postmenopausalen und übergewichtigen Frauen eine Vermeidung von Hämeisen das Risiko für die Entstehung des Endometrium-Krebses senken.

Referenz:
Kallianpur AR et al: Dietary iron intake and risk of endometrial cancer: a population-based case-control study in Shanghai, China; Nutr Cancer. 2010-62(1): 40-50

Aus dem Archiv

Fischverbrauch höher denn je

Thunfisch 470Im Juli 2016 erschien der neue Bericht der FAO zum Zustand der Fischerei. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch hat einen neuen Rekord erreicht. Außerdem geht aus dem Bericht hervor, dass die Überfischung der Weltmeere weiter zunimmt. 31,4 Prozent der Fischbestände sind überfischt, 58,1 Prozent werden bis an ihre biologischen Grenzen genutzt und nur 10,5 Prozent der Fischbestände werden moderat befischt. Interessanterweise gehen die Einschätzungen bezüglich der Überfischung stark auseinander. Die FAO gibt den überfischten Anteil im Mittelmeer und Schwarzem Meer auf 59 Prozent an, die Fischereikommission für das Mittelmeer kommt auf 85 Prozent, die EU-Kommission schätzt den überfischten Anteil sogar auf 91 Prozent.
Die Aquakultur hat seit 2009 um ein Drittel zugelegt, der Konsum von Aquakultur-Fischen liegt inzwischen bei 74 Mio. Tonnen.

Referenz:
süddeutsche.de, 10.07.2016: Die Leere der Meere

Anmerkung:
Aus dem FAO-Bericht geht hervor, dass für 3,1 Mrd. Menschen der Verzehr von Fisch mindestens ein Fünftel der tierischen Proteine liefert. Es stellt sich hier grundsätzlich die Frage, warum nicht das große Potenzial pflanzlicher Proteine besser genutzt wird. Für die menschliche Ernährung ist der Verzehr tierischer Proteine nicht lebenswichtig. Durch eine geeignete Kombination pflanzlicher Proteine ist eine vollwertige Proteinversorgung möglich. Einer der wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung der Überfischung wäre sicherlich die Aufklärung über die Entbehrlichkeit des Fischverzehrs für eine ausreichende Proteinversorgung.

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