«Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.»
(Leo Tolstoi)

Die Toxoplasmose ist eine Erkrankung, die über Katzenkot bzw. über den Verzehr von rohem Fleisch oder rohen Wurstwaren übertragen wird. In Deutschland gelten etwa 50 Prozent der Menschen als toxoplasmose-verseucht. Die Infektion wird in der Regel nicht bemerkt, da sie vermeintlich ohne erkennbare Symptome verläuft. In den letzten Jahren wurden bereits mehrere Studien publiziert, unter anderem von der Prager Karls Universität, in denen sich zeigte, dass sich eine Toxoplasmoseinfektion nachteilig auf die Psyche auswirkt. Bei Mäusen oder Ratten führt eine Toxoplasmoseinfektion zu einer deutlichen Verhaltensänderung, so dass Katzen die Nagetiere leichter fangen können.

Wissenschaftler der University of Litz konnten jetzt ermitteln, wie der Toxoplasmose-Parasit die Hirnchemie beeinflusst. Bisher war bekannt, dass der Parasit nachweislich in die Produktion des Nervenbotenstoffes Dopamin eingreift. Die britischen Forscher konnten jetzt in Laborkulturen zeigen, dass Toxoplasmazellen die Dopaminproduktion von Hirnzellen deutlich erhöhten. Je mehr Parasiten sich in der Zellkultur befanden, desto höher lag auch die Dopaminproduktion. Die Parasiten produzieren das Enzym Tyrosinhydroxylase, das die Produktion von Dopamin in infizierten Zellen erhöht.

Dies ist die erste Studie, die darauf hindeutet, dass ein Parasit den Dopaminsignalweg direkt beeinflussen kann. Fehlfunktionen im Dopaminstoffwechsel können schwerwiegende Auswirkungen auf das menschliche Verhalten haben, zumal sich die Toxoplasmoseparasiten gerne im limbischen System ansiedeln. Schon längere Zeit gibt es die Vermutung, dass manche Schizophreniepatienten aufgrund einer Toxoplasmoseinfektion an dieser Krankheit leiden.

Referenz:
Sueddeutsche.de: Wie Parasiten die Hirnchemie verändern; 07.11.2011


Kommentar:
Wer keine Toxoplasmose bekommen möchte, muss auf rohes Fleisch, Rohwürste, schlecht durchgartes Fleisch etc. verzichten.

Aus dem Archiv

Fleischverzehr und entzündliche Darmerkrankungen

Wissenschaftler aus China untersuchten im Rahmen einer Metaanalyse den Zusammenhang zwischen dem Fleischverzehr und dem Risiko für entzündliche Darmerkrankungen.
In die Metaanalyse wurden neuen Studien einbezogen. Im Vergleich zu den Personen, die kein oder selten Fleisch aßen, hatten Fleischesser ein signifikant größeres Risiko für entzündliche Darmerkrankungen.

Referenz:
Ge J, Han TJ et al.: Meat intake and risk of inflammatory bowel disease: A meta-analysis; Turk J Gastroenterol. 2015 Nov;26(6):492-7.

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