«Jeder normale Mensch, der einmal gesehen hat, wie es im Schlachthaus zugeht, der einmal gesehen hat, wie eine Kuh ausgenommen wird, müßte doch sofort aufhören, Fleisch zu essen.»
(Thomas D)

Zwei US-Wissenschaftler haben zur Klärung der Frage, wie sich verschiedene Ernährungsformen auf unsere Stimmung auswirken, eine interessante randomisierte Pilotstudie durchgeführt. Dieselbe Arbeitsgruppe von der Arizona State University hatte bereits vor zwei Jahren publiziert, dass eine vegetarische Ernährung trotz einer niedrigen Zufuhr langkettiger Omega-3-Fettsäuren keinen nachteiligen Effekt auf die Stimmungslage ausübt.

Mischköstler nehmen im Vergleich zu Vegetariern vermehrt Arachidonsäure (AA) auf, die zu Veränderungen im Gehirn führen können, die sich wiederum negativ auf die Stimmungslage auswirken.
Die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA sind sozusagen die Gegenspieler der Arachidonsäure und können deren negativen Effekt neutralisieren.

In der Studie wurden drei Gruppen gebildet: zum einen eine Gruppe von Mischköstlern, die täglich Fleisch, Fisch und Geflügel verzehrte; die zweite Gruppe nahm drei- bis viermal pro Woche Fisch zu sich und verzichtete auf Fleisch; die Gruppe der Vegetarier nahm weder Fleisch noch Fisch zu sich. Zu Beginn der Studie und nach zwei Wochen mussten die Versuchsteilnehmer zwei international übliche Fragebögen zur Einstufung ihrer Stimmung ausfüllen. Die Vegetarier verminderten ihre Aufnahme von EPA, DHA und AA, die Fischesser erhöhten die Zufuhr von EPA und DHA. Nach zwei Wochen zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Stimmungsscores bei den Vegetariern, während es bei den Mischköstlern und Fischessern zu keinen Veränderungen kam.

Referenz:
Bonnie L Beezhold, Carol S Johnston: Restriction of meat, fish, and poultry in omnivores improves mood: a pilot randomized controlled trial; Nutrition Journal 2012
Beezhol BL et al.: Vegetarian diets are associated with healthy mood states: a cross-sectional study in seventh day Adventist adults; Nutr. J. 2010 Jun 1; 9: 26


Kommentar:
Endlich wurde auch einmal wissenschaftlich widerlegt, dass man für eine gute Stimmung unbedingt Fisch essen müsse. Es bleibt zu hoffen, dass angesichts des desolaten Zustandes der Weltmeere und Fischbestände immer mehr Menschen auf eine vegetarische Ernährung umsteigen.


Aus dem Archiv

Plastikreste in Speisefischen

Plastikflasche 470

Biologen vom Alfred-Wegener-Institut  in Bremerhaven haben in einer Untersuchung nachgewiesen, dass Plastikreste inzwischen auch im Kabeljau und in Makrele nachweisbar sind. Wenn Kunststoff zerfällt, entsteht Mikroplastik, d.h. nur wenige Millimeter große Partikel. Diese Mikroplastikpartikel werden auch von Fischen wie Makrelen, Flundern, Heringen, Dorschen etc. aufgenommen, wobei die Makrele offensichtlich häufiger Mikroplastik verschluckt als in Bodennähe lebende Fische. Über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Plastikaufnahme gibt es noch keine verbindlichen Aussagen. Leicht denkbar ist jedoch, dass sich im Darm des Fisches schädliche Chemikalien aus dem Kunststoff lösen und dadurch in den Körper des Tieres gelangen könnten.

Referenz:
welt.de, 11.01.2016: Forscher weisen Plastikreste in Speisefischen nach.

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