«Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.»
(Leo Tolstoi)

Seit vielen Jahren werden marinen Omega-3-Fettsäuren eine ganze Fülle gesundheitsförderlicher Effekt zugesprochen, so dass man den Eindruck bekommen könnte, sie seien so eine Art Alleskönner oder Wundermittel in der Ernährung. Fischöl wird deshalb im großen Stil als Nahrungsergänzungsmittel (Fischölkapseln) angeboten und vermarktet. Wenn man die wissenschaftliche Beweislage für die postulierten Effekte der Omega-3-
Fettsäuren betrachtet, st eher eine nüchterne Beurteilung angebracht. Fischöl in der Schwangerschaft soll angeblich den Nachwuchs gesünder, intelligenter und schlanker machen. In einer neuen Studie der TU München konnte kein positiver Effekt auf das Gewicht des Kindes nachgewiesen werden. Auch eine positive Auswirkung auf die kognitive Entwicklung des Kindes war nicht feststellbar.

Anfang Juni 2012 erschien im Spiegel online ein Artikel mit dem Titel: „Mediziner erklären Fischölkapseln für nutzlos“. Wissenschaftler aus Südkorea hatten in einer Übersichtsarbeit 14 Studien zusammengefasst und kamen zu dem Schluss, dass Fischölkapseln nicht vor weiteren Herzleiden beim Menschen mit Vorerkrankungen schützen.

In der Ärztezeitung war am 16.06.2012 zu lesen, dass in der ORGIN-Studie die tägliche Nahrungsergänzung mit ein Gramm Omega-3-Fettsäuren die Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Typ-2-Diabetikern nicht senkte. Der einzige Effekt gegenüber einem Placebopräparat war eine Senkung der Triglycerid-Spiegel, die aber offensichtlich keine Schutzwirkung auf Herz und Gefäße hatte.

Referenz:
süddeutsche.de, 02.04.2012: Fischöl: viel beworben – kaum bewährt
Ärzte zeitung, 13.06.2012: Fischöl schützt das Herz nicht.

Aus dem Archiv

Metaanalyse zu gesundheitlichen Folgen vegetarischer und veganer Ernährung

Italienische Wissenschaftler untersuchten im Rahmen einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien einen möglichen Zusammenhang zwischen vegetarischer und veganer Kost und Krankheitsrisiken. In die Metaanalyse wurden insgesamt 76 Studien einbezogen. Im Vergleich zu Mischköstlern hatten Vegetarier einen signifikant niedrigeren BMI, niedrigere Werte von Cholesterin, LDL-Cholesterin und Glukose. Die vegetarische Ernährung zeigte einen signifikanten Schutzeffekt gegen das Auftreten der koronaren Herzkrankheit und der Sterblichkeit an dieser Erkrankung (minus 25 Prozent) sowie gegen die Inzidenz von Krebserkrankungen (minus 8 Prozent). Bei Krebserkrankungen zeigte die vegane Kost ein signifikant vermindertes Risiko (minus 15 Prozent).

Referenz:
Dinu M, Abbate R et al: Vegetarian, vegan diets and multiple health outcomes: a systematic review with meta-analysis of observational studies. Crit Rev Food Sci Nutr. 2016 Feb 6:0.

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