«Jedes Mal, wenn wir uns zum Essen zu Tisch setzen, treffen wir eine Wahl. Bitte wählen Sie etwas Vegetarisches. Tun Sie es für die Tiere, für die Umwelt und für Ihre Gesundheit.»
(Alec Baldwin)

 Das Thema »BSE« hat noch vor zwei Jahren für erhebliche Aufregungen in der Öffentlichkeit gesorgt. Inzwischen ist BSE aus den Schlagzeilen geraten, nachdem jetzt das so genannte Risikomaterial beim Schlachten entfernt werden muss und BSE-Tests gesetzlich vorgeschrieben sind. Das Muskelfleisch der geschlachteten Rinder wurde bisher immer als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.

An dieser Behauptung sind jetzt ernsthafte Zweifel angebracht, nachdem die Arbeitsgruppe des Nobelpreisträgers Stanley Prusiner erhebliche Mengen an Prionen in der Muskulatur infizierter Mäuse nachweisen konnte. Eine Aufsehen erregende Publikation erschien darüber im März 2002 in einer der renommiertesten wissenschaftlichen Fachzeitungen, in den »Proceedings of the National Academy of Sciences«. (41)

Beim 7. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin präsentierte das Berliner Robert-Koch-Insitut eine Untersuchung bei Goldhamstern. Die dem Futter beigegebenen Scrapie-Erreger breiteten sich bei den Hamstern in den unterschiedlichsten Teilen der Skelettmuskulatur aus. Sämtliche untersuchten Muskelgewebe waren positiv. Dabei wurden sogar große Mengen an Prionenproteinen nachgewiesen.(42)

Das Nachrichtenmagazin »Monitor« zeigte am 23.01.2003 ein Interview mit dem Münchener Neuropathologen Prof. Hans Kretschmar, der die Untersuchungen der kalifornischen Forscher an Mäusen wiederholt hatte und ebenfalls Prionen im Muskelfleisch nachweisen konnte. Prof. Kretschmar bezeichnete dies als beunruhigenden Befund, weil man nicht ausschließen könne, dass man sich mit dem Muskelfleisch anstecken kann. (43)

Infolge des ersten bekanntgewordenen BSE-Falls in den USA am 23.12.03 sind mehrere Fachbeiträge erschienen, die aufzeigen, dass am bisherigen wissenschaftlichen Weltbild der BSE-Erkrankung doch erhebliche Zweifel angebracht sind. Die Nachrichtenagentur United Press International (UPI) veröffentlichte am 29.12.03 einen großen Artikel über die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung (CJD): Bisher war man immer davon ausgegangen, dass die klassische Form der CJD nichts mit BSE zu tun hat. Nur die so genannte variante Form dieser Erkrankung, die zudem jüngere Menschen befällt, wurde mit dem Verzehr von infiziertem Rindfleisch in Verbindung gebracht.

Neue Forschungsergebnisse der Universität London haben jetzt gezeigt, dass eine Infektion mit BSE-Prionen sowohl die variante als auch die klassische Form der CJD verursachen kann. In der Schweiz waren in der Vergangenheit zahlreiche Rinder BSE-infiziert; die CJD-Erkrankungsrate hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt. CFD gehört wie der Morbus Alzheimer zu den neurodegenerativen Erkrankungen, die von ihrem klinischen Bild her nicht immer eindeutig zu unterscheiden sind. An mehreren US-Universitäten wurden von Neuropathologen Autopsie-Studien an Verstorbenen durchgeführt, bei denen zu Lebzeiten von Fachärzten die Diagnose Morbus Alzheimer gestellt wurde. Das Brisante an den Studienergebnissen ist, dass in 3 - 13 Prozent der Fälle gar kein Morbus Alzheimer vorlag, sondern die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung.

In den USA hat die Zahl der Menschen, die an Morbus Alzheimer verstorben sind, von 1979 bis zum Jahr 2000 um das 50-fache zugenommen. Im Jahr 2000 waren dies immerhin 50.000 Menschen. Momentan schätzt man die Zahl der Alzheimer-Erkrankten in den USA auf rund 4 Mio.

Man muss deshalb realistischerweise davon ausgehen, dass bei CJD eine erhebliche Dunkelziffer vorliegt. (44)

Am 1.10.03 wurde in PNAS-online eine interessante Studie von Wissenschaftlern der University of California veröffentlicht. Die amerikanischen Forscher hatten herausgefunden, dass der menschliche Stoffwechsel nach dem Verzehr von rotem Fleisch bestimmte Zuckerverbindungen mit der Bezeichnung N-Glycolyneuroaminsäure (Neu5Gc) in verschiedenen Gewebe einlagert. Bei verschiedenen Testpersonen wurden Neu5Gc-Antikörper identifiziert. Dadurch ist erstmals der Nachweis erbracht, dass Moleküle aus dem Fleischverzehr im menschlichen Stoffwechsel Immunreaktionen auslösen können. Ein regelmäßiger Fleischkonsum fördert schädliche Immunreaktionen und kann die Entzündungsbereitschaft des Körpers erhöhen, mit allen daraus hervorgehenden Folgeerkrankungen. (45)

 

  1. FAZ.NET, 8. April 2003
  2. WDR Monitor, 23.01.2003
  3. Mad Cow: Linked to thousands of CJD cases? By Steve Mitchell, United Press International, Published 12/29/2003
  4. Proc.Natl. Acad. Sci. USA, 10.1073/pnas.2131556100
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