«Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.»
(Leo Tolstoi)

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Forscher aus South Carolina untersuchten über einen Zeitraum von sechs Monaten verschiedene Ernährungsformen hinsichtlich der Effektivität für eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Erwachsenen. Dabei erwies sich die vegane Ernährung als am effektivsten. Die vegane Ernährung führte im Vergleich zur Mischkost, pesco-vegetarischen Kost und semi-vegetarischen Kost zu einer stärkeren Veränderung der Lipidparameter.

US-Wissenschaftler publizierten eine Metaanalyse und eine systematische Übersicht über den Zusammenhang zwischen vegetarischen Ernährungsformen und der Blutzuckereinstellung bei Typ-2-Diabetikern. In die Auswertung der Daten wurden sechs Studien einbezogen. Der Verzehr einer vegetarischen Kost war mit einer besseren Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetikern verbunden.

Forscher aus Prag veröffentlichen im Juni 2013, dass die höhere Insulinempfindlichkeit bei Vegetariern dadurch zustande kommt, dass bei Vegetariern mehr Linolsäure in Serum-Phospholipide eingebaut wird. Die Zusammensetzung der Serum-Phospholipide spielt wiederum eine wichtige Rolle für die Zusammensetzung der Zellmembranen. Das Fettsäuremuster der Zellmembranen hat eine große Bedeutung für Stoffwechselprozesse im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Diabetes mellitus.

Chinesische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eine vegetarische Ernährung nicht nur den Body-Mass-Index vermindern kann, sondern auch den BMI-abhängigen Anstieg von ungünstigen Blutfettparametern abschwächt. Dies könnte auch ein Grund sein, warum Vegetarier eine geringere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Koronaren Herzkrankheit haben. Grundsätzlich ist aber ein höherer Body-Mass-Index auch bei Vegetariern mit einem pathologischen Lipidprofil verbunden.

Beim Vergleich zwischen Mischköstlern und Vegetariern in Taiwan zeigte sich, dass die vegetarische Ernährung einen starken protektiven Effekt gegen Diabetes mellitus und pathologische Nüchternblutzucker-Spiegeln hatte.

Zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent der Erwachsenen weltweit leiden an einem metabolischen Syndrom. US-Wissenschaftler werteten die vorhandene Fachliteratur über den Zusammenhang zwischen vegetarischen Ernährungsformen und dem metabolischen Syndrom aus. Außerdem erstellten sie eine Übersicht über Nahrungsmittel und Nahrungsmittelkomponenten mit einem protektiven oder negativen Effekt bezüglich des metabolischen Syndroms. Die Mehrzahl der Studien zeigten bessere Stoffwechselparameter und ein niedrigeres Risiko für das metabolische Syndrom bei Personen, die eine pflanzliche Ernährung pflegten. Der günstige Effekt der vegetarischen Ernährung dürfte durch folgende Faktoren zustande kommen: eine geringere Aufnahme von Energie, von gesättigtem Fett, von Hämeisen, von rotem und verarbeitetem Fleisch. Pflanzenbetonte Ernährungsformen haben einen höheren Anteil an Früchten, Gemüse und Pflanzenfasern, die gegen die Entwicklung eines metabolischen Syndroms schützen.

Referenzen:

  • Zhang HJ, Han P et al.: Attenuated associations between increasing BMI and unfavorable lipid profiles in Chinese Buddhist vegetarians. Asia Pac J Clin Nutr. 2013;22(2):249-56.
  • Turner-McGrievy GM, Davidson CR et al.: Comparative effectiveness of plant-based diets for weight loss: a randomized controlled trial of five different diets. Nutrition. 2015 Feb;31(2):350-8.
  • Yoko Yokoyama, Neal D. Barnard et al.: Vegetarian diets and glycemic control in diabetes: a systematic review and meta-analysis. Cardiovasc Diagn Ther. 2014 Oct; 4(5): 373–382.
  • Kahleova H, Matoulek M et al.: Vegetarian diet-induced increase in linoleic acid in serum phospholipids is associated with improved insulin sensitivity in subjects with type 2 diabetes. Nutr Diabetes. 2013 Jun 17;3:e75.
  • Turner-McGrievy G et al.: Key elements of plant-based diets associated with reduced risk of metabolic syndrome. Curr Diab Rep. 2014;14(9):524.
  • Chiu TH, Huang HY et al.: Taiwanese vegetarians and omnivores: dietary composition, prevalence of diabetes and IFG. PLoS One. 2014 Feb 11;9(2):e88547.

Aus dem Archiv

Die Überfischung geht rücksichtslos weiter

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Im Jahr 1950 bevölkerten etwa 2,5 Milliarden Menschen die Erde, heute sind es 7, und damit ist auch der Bedarf an Fischen gestiegen und steigt weiter. Trotz modernster Technik und Fortschritts innerhalb der letzten Jahrzehnte haben wir es immer noch nicht gelernt, mit den Ressourcen der Erde nachhaltig umzugehen. Innerhalb weniger Jahre hat es die Menschheit geschafft, die maritimen Fischbestände auf ein Bruchteil zu minimieren. Der Grund: die ungezügelte Gier nach Fisch.

Noch in den 50er Jahren war Überfischung gar kein Thema. Der Ozean schien eine Quelle unermesslichen Fischreichtums zu sein, aus der man unbegrenzt schöpfen könne. 60 Jahre später hat sich nach Angaben von Greenpeace Schweiz die Fangquote verfünffacht. Heute gelten nach offiziellen Aussagen der FAO etwa 57 Prozent der maritimen Fischbestände als bis an die biologische Grenze befischt und 30 Prozent als überfischt; in den europäischen Gewässern sind es sogar 47 Prozent (Stand 2012) - wobei bei dieser Einschätzung zu berücksichtigen ist, dass nur die Zahlen von 35 untersuchten Fischbeständen zugrunde gelegt wurden. Die Anzahl der Fischbestände, deren Populationen extrem dezimiert oder gar ausgefischt wurden, könnten demnach noch wesentlich höher sein. Besonders bedroht sind u.a. Thunfischarten, Schwertfisch, Hai, aber auch Rotbarsch, Scholle und Nordseekabeljau...

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