«Ich besitze selbst viele Tiere und liebe sie über alles. Wie könnte ich dann ihr Fleisch essen? Seit ich 20 Jahre alt bin, habe ich keinen Bissen Fleisch mehr angerührt.»
(Michael Jackson)

Schwedische Forscher untersuchten bei Vegetariern und Nicht-Vegetariern die Stabilität des Genoms in unreifen roten Blutkörperchen, so genannten Retikulozyten. Dabei wurden bei den Vegetariern im Vergleich zu den Mischköstlern wesentlich weniger Micronuclei gemessen. Je weniger Micronuclei, desto stabiler ist das Erbgut. Durch eine vegetarische Ernährung kann also bei gesunden Personen die Stabilität des Genoms verbessert werden.

Wie US-Wissenschaftler herausgefunden haben, erhöhte eine Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischen Produkten das Auftreten von galletoleranten Mikroorganismen und verminderte die Zahl der Firmicutes, die pflanzliche Polysaccharide verstoffwechseln können. Bei einer Ernährung mit einem hohen Anteil tierischer Produkte kommt es auch zu einem vermehrten Auftreten von Bilophila wadsworthia, einem Keim, der entzündliche Reaktionen im Darm fördert. Die Studie der US-Wissenschaftler konnte auch nachweisen, dass sich die Darmflora in relativ kurzer Zeit auf eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten einstellen kann.

US-Wissenschaftler publizierten im Februar 2015, dass sowohl die vegane wie auch die vegetarische und auch eine so genannte pesco-vegetarische Ernährung die Entzündungsaktivität im Körper verminderte.

Anmerkung:
In den letzten Jahren ist eine erhebliche Aufweichung des Begriffes vegetarisch festzustellen. Fischesser werden zum Beispiel nicht den Mischköstlern zugerechnet, sondern als pesco-vegetarisch bezeichnet. Wer noch ab und zu Fleisch ist, gilt als nicht als Mischköstler, sondern als Semi-Vegetarier.

Referenzen:

  • Kotova N, Frostne C et al.: Differences in micronucleus frequency and acrylamide adduct levels with hemoglobin between vegetarians and non-vegetarians. Eur J Nutr. 2014 Nov 16.
  • David LA, Maurice CF et al.: Diet rapidly and reproducibly alters the human gut microbiome. Nature. 2014 Jan 23;505(7484):559-63.
  • Turner-McGrievy GM, Wirth MD et al.: Randomization to plant-based dietary approaches leads to larger short-term improvements in Dietary Inflammatory Index scores and macronutrient intake compared with diets that contain meat. Nutr Res. 2015 Feb;35(2):97-106.

Aus dem Archiv

Vegetarische Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wissenschaftler aus den USA und Japan publizierten im April 2014 eine Metaanalyse über den Zusammenhang zwischen vegetarischer Ernährung und Blutdruck. Dazu wurde die vorhandene Fachliteratur nochmals zusammenfassend ausgewertet. Es zeigte sich, dass der Verzehr einer vegetarischen Nahrung mit niedrigeren Blutdruckwerten assoziiert war. Vegetarische Ernährungsformen könnten also eine wichtige nicht-pharmakologische Maßnahme zur Senkung des Blutdrucks sein.

Da in westlichen Ländern eine Verminderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch eine vegetarische Ernährung nachgewiesen worden war, untersuchten Forscher aus Indien inwieweit dieser Zusammenhang auch für Indien gilt. Sie konnten nachweisen, dass auch in Indien die vegetarische Ernährung im Vergleich zur Mischkost das kardiovaskuläre Risiko verminderte.

In einer Metaanalyse wurden acht Studien mit 183.321 Studienteilnehmern zur Klärung der Frage ausgewertet, ob die vegetarische Ernährung das kardiovaskuläre Risiko und die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflusst. Die Daten aus Beobachtungsstudien zeigten eine mäßiggradige Verminderung des kardiovaskulären Risikos, allerdings keine klare Reduktion der Gesamtsterblichkeit.


Referenzen:

  • Yokoyama Y, Nishimura K et al.: Vegetarian diets and blood pressure: a meta-analysis. JAMA Intern Med. 2014 Apr;174(4):577-87.
  • Kwok CS, Umar S et al.: Vegetarian diet, Seventh Day Adventists and risk of cardiovascular mortality: a systematic review and meta-analysis. Int J Cardiol. 2014 Oct 20;176(3):680-6.
  • Shridhar K, Dhillon PK et al.: The association between a vegetarian diet and cardiovascular disease (CVD) risk factors in India: the Indian Migration Study. PLoS One. 2014 Oct 24;9(10):e110586.
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