«Ich bin bekennender Vegetarier. Es liegt daran, daß ich den Schmerz der Tiere wirklich nicht ertragen kann. Denn die Tiere sind unsere Freude, unsere Freunde, unsere Brüder und Schwestern.»
(Kaya Yanar)

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Im September 2006 wurde in bayerischen Schlachtereien vergammeltes Fleisch entdeckt. Die Ermittlungen der Justiz liefen bundesweit, nachdem im September offenkundig worden war, dass bis zu 50 Tonnen verdorbenes Fleisch aus München vor allem an Döner-Lokale in ganz Deutschland sowie zu Abnehmern in neun EU-Staaten gelangt waren. Das Haltbarkeitsdatum war bis zu vier Jahre überschritten. In mehreren deutschen Bundesländern wurde im September weiteres Gammelfleisch entdeckt: z.B. 40 Tonnen in Ostbayern, 25 Tonnen verdorbenes Rind- und Schweinefleisch in Frankfurt, 15 Tonnen in der Nähe von Aachen, 40 Tonnen ungenießbares Wildfleisch im Ortenaukreis und 3 Tonnen verdorbene Bratwürste und verdorbenes Geflügelfleisch in Gotha. Gammelfleischskandale finden immer ein großes Medieninteresse. Man kann davon ausgehen, dass der Verkauf von Gammelfleisch eher die Regel als die Ausnahme ist.


Am 7. September 2006 erschien in der „Zeit“ ein Artikel mit der Überschrift „Nichts wissen, alles essen – risikolose Profite, ahnungslose Käufer: Gesetzeslücken machen es der Fleischmafia leicht, ihren Müll in unseren Mägen zu entsorgen“.

 

Einige Aussagen aus diesem Artikel: 

  • „Hohe Gewinne bei relativ geringem Risiko“ nennt es Robert Fischer, der Vorsitzende des Verbandes der bayerischen Lebensmittelkontrolleure. „Gewinnspannen von mehreren hundert Prozent“ vermutet Thilo Bode von der Verbraucherorganisation foodwatch.
  • Schlachtabfälle in Lebensmittel zu verwandeln ist ein beinahe sicheres Geschäft. In den Schlachthöfen muss fast alles bis ins kleinste Detail dokumentiert werden... Doch in einem Punkt wird nicht Buch geführt: über die Schlachtabfälle der so genannten Kategorie 3. Gemeint sind jene Teile gesunder Tiere, die nicht verzehrt, aber weiterverarbeitet werden dürfen – beispielsweise zu Tierfutter. Rinderhäute und Schweineborsten gehören in diese Kategorie, aber auch Innereien.
    Niemand weiß daher, wie viele Abfälle genau ein Schlachthof produziert. Und das ist das Einfallstor für die Gammelfleischhändler. Sie deklarieren Innereien und andere Schlachtreste einfach zu Lebensmittel um. Aus dem alten Fleisch werden dann Würste gemacht oder Döner. Gewürze und Geschmacksverstärker und andere Zusatzstoffe überdecken den muffigen Geruch.

 

Mögliche Methoden für die Manipulation von Fleischwaren:

Aus Wikipedia – „Lebensmittelskandale“:

  • Fleisch marinieren: Altes Fleisch wird mariniert, damit die unappetitliche Farbe nicht mehr zu erkennen ist und der unangenehme Geschmack überlagert wird.
  • Fleisch umetikettieren: Abgelaufenes Fleisch wird neu etikettiert.
  • Tierkühlfleisch auftauen: Tiefkühlware wird als Frischware angeboten.
  • Wurst strecken: Fleisch zur Wurstherstellung wird mit Blutplasma oder mit minderwertigem Fleisch gestreckt.
  • Schlachtabfälle verwerten: Schlachtabfälle werden zu Wurstwaren verarbeitet.
  • Fleisch aufspritzen: Wasser und Verdickungsmittel werden ins Fleisch gespritzt, damit es an Gewicht zunimmt.
  • Fleisch falsch auszeichnen: Schaffleisch wird z.B. als Gams verkauft.

 

Gesundheitliche Risiken durch Gammelfleisch

Grundsätzlich kommt es beim Schlachtprozess zu einer Kontamination des Fleisches mit verschiedenen Erregern. Häufig auf Fleisch anzutreffen sind kälteliebende Mikroorganismen wie Pseudomonaden. Diese sorgen z.B. dafür, dass sich Fleisch verfärbt, eine schleimige Oberfläche bekommt oder stark zu riechen beginnt. Pseudomonaden sind meist nicht direkt gesundheitsschädlich, sie sorgen jedoch für ein Verderben des Fleisches.

 

Artikel aus der Ärzte Zeitung vom 08.09.06:

Gammelfleisch wird durch Bakteriengifte gefährlich - Hitze, Kälte und Abspülen beseitigen Enterotoxine nicht.

Wesentliche Aussagen:

Muffiges oder ranziges Fleisch soll weggeworfen werden, denn es kann mit Salmonellen, Staphylokokken oder enterohämorrhagischen E. Coli besiedelt sein. Diese Bakterien produzieren starke Enterotoxine, die sogar Zellen der Darmwand und der Gefäße angreifen sowie blutige Durchfälle auslösen können. Hitze vermag den Giften – anders als den Bakterien selbst – nichts anzuhaben, geschweige denn Kälte. Toxine können auch ins Innere des Fleisches diffundieren, deshalb nützt Abspülen nichts.

 

Archiv - Meldungen

Aus dem Archiv

Überfischung ist stärker, als bisher angenommen

Wissenschaftler der University of British Columbia in Vancouver publizierten, dass das tatsächliche Ausmaß der Überfischung weit über die Zahlen der FAO hinausgeht. Zu diesem Zweck haben Forscher die Fangzahlen der vergangenen 60 Jahre herangezogen, unter Verwendung einer Vielzahl anderer Quellen. Das Ergebnis ihrer Analyse zeigte, dass in der Vergangenheit viele Länder deutlich mehr Fisch aus dem Meer entnommen haben, als sie bisher annahmen.
Die weltweiten Fangzahlen zwischen 1950 und 2010 seien insgesamt um mehr als die Hälfte unterschätzt worden. Auf der Basis dieser Berechnungen ist davon auszugehen, dass jedes Jahr etwa 32 Mio. Tonnen Fisch gefangen werden, von denen offiziell niemand weiß.

Es ist auch davon auszugehen, dass die Fangmengen deutlich schneller zurückgehen, als die FAO angibt. Grund hierfür ist aber nicht eine Einsicht oder ein Bewusstsein für den Tierschutz, sondern ein starker Rückgang der Bestände.

Für den Rückgang der Fischbestände sind auch die Europäer in hohem Maße verantwortlich. Die Europäische Union ist mit einem Anteil von 24 Prozent am Weltmarkt der größte Nettoimporteur von Fisch. Nur 44 Prozent des in Europa konsumierten Fisches stammen aus europäischen Gewässern.
Pro Jahr verspeisen allein die Deutschen 14 kg Fisch pro Kopf. Um auf eine nachhaltige Menge zu kommen, müsste die Menge auf etwa 8 kg pro Kopf begrenzt werden.

Referenzen:

  • zeit.de 19.01.2016: Wir essen die Weltmeere leer
  • welt.de, 14.01.2016: Wie die Ernährung Depressionen beeinflusst


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