«Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur die Menschenfresserei, sondern jede Art des Fleischgenusses als Kannibalismus gilt.»
(Wilhelm Busch)

Kein Trinkwasser 470

Der hohe Fleischkonsum hat bekanntlich auch für die Umwelt seinen Preis. Unmengen an Gülle, die aus den Tierfabriken kommen, müssen entsorgt werden und landen auf den Feldern und belasten Grundwasser, Böden und die Luft. Hinzu kommt noch die flächenweite Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, die ebenfalls die Umwelt stark belastet und einen Rückgang der biologischen Vielfalt nach sich zieht.

Politiker der Grünen und der SPD in Nordrhein-Westfalen schlagen jetzt Alarm und haben eine große Anfrage and die Landesregierung gestellt. Sie möchten es genauer wissen und das Ausmaß der Belastung für die Umwelt transparent in Zahlen ausgedrückt bekommen. In einem Fragekatalog mit 131 Punkten an die Landesregierung erfragen sie u.a., wie groß der landwirtschaftliche Flächenbedarf ist und wie viel Gülle wann und wie ausgebracht werden. Sie möchten Klarheit über die Bodenerosionen und beantwortet haben, welche Tiere und Pflanzen durch die Landwirtschaft bedroht sind. "Wir erwarten eine umfassende Datensammlung und Handlungsempfehlungen", sagt Norwich Rüße, Abgeordneter der Grünen. Man benötige einen aktuellen Zustandsbericht über die Landwirtschaft. Diese habe sich in den vergangenen Jahren "stark verändert".

Rüße beklagt die immense Menge an Gülle, die von den Tiermastbetrieben anfallen und dann auf die Felder gelangen. Allein im Kreis Steinfurt würden Jahr für Jahr 4,8 Mio. Mio. Tonnen Gülle, Mist und Gärreste auf 108.000 Hektar gebracht werden. Umgerechnet sind das 44 Tonnen pro Hektar. Die enorme Menge an Exkrementen, die ausgebracht werden, bewirken eine hohe Belastung der Böden mit Stickstoff. Infolgedessen reichert sich was schädliches Nitrat im Grundwasser an. Für die Verwendung als Trinkwasser muss das Nitrat dann aufwendig entfernt werden. In NRW ist mittlerweile 40 Prozent des Grundwassers so stark nitratbelastet, dass es aufbereitet werden muss, um als Trinkwasser genießbar zu sein.

Die Düngeverordnung gewährt bislang den Landwirten einen breiten Spielraum und ist so formuliert, dass „maximale Profite“ für die Landwirte erzielt werden können. Der Grüne-Politiker Rüße und sein SPD-Kollege Frank Sundermann fordern jetzt eine schärfe Gesetzeslage, weil sauberes Wasser wichtiger sei als maximaler Erfolg.


Referenz:
wdr.de, 12.06.2014: Zu viel Gülle auf den Feldern

Archiv - Meldungen

Aus dem Archiv

Medikamente in Zuchtfischen nachgewiesen

Fisch- und Krustentiere aus Zuchtanlagen sind erheblich mit antimikrobiellen Medikamenten belastet.
Das ist das Prüfungsergebnis der Bundesregierung, die eine Untersuchungsreihe im Rahmen des Europäischen Schnellwarnsystems für Lebensmittel durchführen ließ, so ein Bericht vom Spiegel.

Ausgewertet wurden Laborproben von Lachsen, Forellen und Shrimps aus Aquakulturen der Jahre 2005 bis Ende März 2015. In 183 Fällen stellten die Prüfer pharmakologisch wirksame Stoffe fest. Insbesondere häufig wurden Rückstände der Fischarznei Malachitgrün gefunden, einem Stoff, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Aber auch Antibiotika und Antiseptika konnten nachgewiesen werden. In deutschen Proben von Krustentieren konnten letztere Stoffe 306 Mal ermittelt werden.

Insgesamt wurden in sechs Prozent der untersuchten Fisch- und Krustentierproben Arzneimittel gefunden. Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer von Bündnis 90/Die Grünen schlägt Alarm und warnt vor dem illegalen Einsatz von Medikamenten im Futter. "Dieser Masseneinsatz von Arzneien sorgt für Resistenzen und gefährdet die Gesundheit von Menschen", so Krischer.

Referenz:
Spiegel.de, 01.05.2015: Lebensmittel: Fische aus Zuchtanlagen stark mit Medikamenten belastet

 

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