«Mitgefühl mit Tieren und ein guter Charakter sind derart eng miteinander verknüpft, daß man mit Gewißheit feststellen kann, daß niemand, der grausam gegen Tiere ist, ein guter Mensch sein kann.»
(Arthur Schopenhauer)

Kein Trinkwasser 470

Der hohe Fleischkonsum hat bekanntlich auch für die Umwelt seinen Preis. Unmengen an Gülle, die aus den Tierfabriken kommen, müssen entsorgt werden und landen auf den Feldern und belasten Grundwasser, Böden und die Luft. Hinzu kommt noch die flächenweite Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, die ebenfalls die Umwelt stark belastet und einen Rückgang der biologischen Vielfalt nach sich zieht.

Politiker der Grünen und der SPD in Nordrhein-Westfalen schlagen jetzt Alarm und haben eine große Anfrage and die Landesregierung gestellt. Sie möchten es genauer wissen und das Ausmaß der Belastung für die Umwelt transparent in Zahlen ausgedrückt bekommen. In einem Fragekatalog mit 131 Punkten an die Landesregierung erfragen sie u.a., wie groß der landwirtschaftliche Flächenbedarf ist und wie viel Gülle wann und wie ausgebracht werden. Sie möchten Klarheit über die Bodenerosionen und beantwortet haben, welche Tiere und Pflanzen durch die Landwirtschaft bedroht sind. "Wir erwarten eine umfassende Datensammlung und Handlungsempfehlungen", sagt Norwich Rüße, Abgeordneter der Grünen. Man benötige einen aktuellen Zustandsbericht über die Landwirtschaft. Diese habe sich in den vergangenen Jahren "stark verändert".

Rüße beklagt die immense Menge an Gülle, die von den Tiermastbetrieben anfallen und dann auf die Felder gelangen. Allein im Kreis Steinfurt würden Jahr für Jahr 4,8 Mio. Mio. Tonnen Gülle, Mist und Gärreste auf 108.000 Hektar gebracht werden. Umgerechnet sind das 44 Tonnen pro Hektar. Die enorme Menge an Exkrementen, die ausgebracht werden, bewirken eine hohe Belastung der Böden mit Stickstoff. Infolgedessen reichert sich was schädliches Nitrat im Grundwasser an. Für die Verwendung als Trinkwasser muss das Nitrat dann aufwendig entfernt werden. In NRW ist mittlerweile 40 Prozent des Grundwassers so stark nitratbelastet, dass es aufbereitet werden muss, um als Trinkwasser genießbar zu sein.

Die Düngeverordnung gewährt bislang den Landwirten einen breiten Spielraum und ist so formuliert, dass „maximale Profite“ für die Landwirte erzielt werden können. Der Grüne-Politiker Rüße und sein SPD-Kollege Frank Sundermann fordern jetzt eine schärfe Gesetzeslage, weil sauberes Wasser wichtiger sei als maximaler Erfolg.


Referenz:
wdr.de, 12.06.2014: Zu viel Gülle auf den Feldern

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Umweltgifte: Dioxine, PCB und Cäsium in tierischen Lebensmitteln

Wildschweine 200Etwa 70 Prozent der aus Lebensmitteln aufgenommenen Dioxine und Polychlorierte Biphenyle (PCB) erfolgen über den Verzehr von tierischen Lebensmitteln wie Eier, Milch, Milchprodukte, Geflügel, Rind und Schweinefleisch. Obwohl die Dioxin- und PCB-Freisetzung in die Umwelt in den letzten Jahren 20 Jahren deutlich rückgängig ist, zeigt sich diese Tendenz nicht unbedingt durch eine Verringerung der Schadstoffgehalte in allen Lebensmittelgruppen.

Der Grund ist neben einer Neubelastung, dass diese Schadstoffe als Altlasten noch in den Böden und Sedimenten enthalten sein können. Betroffen ist vor allem der Grund von Gewässern wie Flüsse. Über wild lebende Flussfische können über die Nahrungskette immer noch erhebliche Mengen an Dioxinen und PCB aufgenommen werden. Gewarnt wird auch vor einer Dioxin- und PCB-Belastung in Dorschleber sowie in der Leber von Lämmern, Schafen und Wild.

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