«Jeder normale Mensch, der einmal gesehen hat, wie es im Schlachthaus zugeht, der einmal gesehen hat, wie eine Kuh ausgenommen wird, müßte doch sofort aufhören, Fleisch zu essen.»
(Thomas D)

Die vegane Ernährung erfreut sich ja zunehmender Beliebtheit, besonders bei jüngeren Menschen. Von Zeit zu Zeit erscheinen auch wissenschaftliche Studien, die sich mit der veganen Ernährung beschäftigen.

Im Oktober 2013 veröffentlichten Forscher aus Korea eine Studie, in der sie bei sechs adipösen Patienten mit Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck den Effekt einer veganen Ernährung untersuchten. Neben verschiedenen Blutwerten wurde auch eine mikrobiologische Stuhluntersuchung durchgeführt und die Mikroflora des Darmes untersucht. Die pflanzliche Kost führte zu einer Reduzierung des Körpergewichts sowie zu einer Besserung verschiedener Stoffwechselparameter wie Triglyceride, Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und HbA1c. Auffällig war, dass es durch die pflanzliche Kost zu einer Verminderung des "Firmicutes-to-Bacteroidetes-Verhältnisses" kam. Außerdem war eine Verminderung von Pathobionten (krankheitsverursachende Keime) nachweisbar sowie eine Zunahme günstiger Bakterienstämme. Die koreanischen Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass eine vermehrte Aufnahme von pflanzlichen Fasern durch eine Veränderung der Darmflora Darmentzündungen reduziert.

Im November 2013 wurde eine Studie von US-Wissenschaftlern veröffentlicht, die sich mit der Frage beschäftigte, ob eine vegane Ernährung das Risiko für eine Schilddrüsenunterfunktion erhöht. Es war schon länger bekannt, dass der Verzicht des Verzehrs tierischer Produkte einen Schutzeffekt gegen Autoimmunerkrankungen hat. Anhand der Daten der Adventist Health Study II konnten die Forscher jetzt nachweisen, dass Veganer ein geringeres Risiko für eine Schilddrüsenunterfunktion aufweisen, während eine ovo-lakto-vegetabile Ernährung eher mit einem erhöhten Risiko verbunden war.

Im Februar 2014 erschien eine Publikation von Wissenschaftlern der Universität von Toronto. Die Wissenschaftler untersuchten verschiedene vegane Ernährungsformen hinsichtlich ihres gewichtsreduzierenden Effektes. 39 übergewichtige Männer und Frauen erhielten über einen Zeitraum von sechs Monaten entweder eine kohlenhydratreiche lacto-ovo-vegetabile Kost oder eine kohlenhydratarme vegane Ernährung. Die kohlenhydratarme vegane Kost enthielt erhöhte Mengen von Proteinen und Fett aus Gluten- und Sojaprodukten, Nüssen und pflanzlichen Ölen. Bei dieser Ernährungsform kam es zu einer stärkeren Reduzierung von LDL-Cholesterin und Triglyceriden, auch die Gewichtsreduktion war nach sechs Monaten größer als bei der kohlenhydratreichen lacot-ovo-vegetabilen Kost.

Forscher der Universität von New York beschäftigten sich in einem Übersichtsartikel mit der Fragestellung, ob es Beweise dafür gibt, dass eine streng vegane Ernährung gegenüber einer vegetarischen Ernährung oder gesunden Mischkost gesundheitliche Vorteile hat. Sie wiesen darauf hin, dass bei Veganern die Veränderung der Darmflora am ausgeprägtesten ist. Die Mikroflora bei Veganern zeigt ein vermindertes Auftreten von Pathobionten und ein vermehrtes Auftreten von protektiven Bakterienstämmen, also vorteilhaften Bakterien.

US-Wissenschaftler untersuchten bei Vegetariern und Mischköstlern psychische Faktoren, die die Stimmung beeinflussen und verwendeten als Messinstrument die "Depression Anxiety Stress Scale-21". Die Ergebnisse der Untersuchtung zeigten, dass die strikte pflanzliche Ernährung keinen negativen Effekt auf die Stimmung hatte, vielmehr könnte eine Reduktion tierischer Nahrungsmittel sogar die psychische Befindlichkeit verbessern. Bei Männern führte die vegane Kost zu einer Verminderung der Ängstlichkeits-Scores, bei Frauen führte die vegane Ernährung zu weniger Stress und zu einem geringeren Verzehr von Süßigkeiten.

Im Februar 2015 berichteten US-Wissenschaftler, dass eine pflanzliche Kost durch ihren hohen Gemüse- und Fasernanteil die CRP-Konzentration bei Übergewicht verminderte.

Wissenschaftler der Universität Wien veröffentlichten im Journal für Ernährungsmedizin einen Übersichtsartikel sowie eine ernährungsmedizinische Bewertung zur veganen Ernährung. Sie kamen zu folgendem Schluss: Eine gut geplante und richtig umgesetzte vegane Ernährung kann gesundheitliche und ernährungsphysiologische Vorteile mit sich bringen und hilfreich bei der Prävention und Therapie von chronischen Erkrankungen sein. Wird die vegane Ernährung aber ohne Berücksichtigung wichtiger Regeln falsch verstanden, oder falsch umgesetzt, kann es zu einer schwerwiegenden Mangelversorgung mit einigen essentiellen Nährstoffen kommen. Grundsätzlich kann eine vegane Ernährung als Dauerkost empfohlen werden, wenn sie richtig praktiziert und darauf geachtet wird, eine mögliche Mangelversorgung mit Mikronährstoffen aus tierischen Quellen, alternativ durch pflanzliche Quellen oder bei Bedarf durch angereicherte Produkte oder Supplemente zu vermeiden."

 

Referenz:

  •  Kim MS, Hwang SS et al.: Strict vegetarian diet improves the risk factors associated with metabolic diseases by modulating gut microbiota and reducing intestinal inflammation; Environ Microbiol Rep. 2013 Oct;5(5):765-75.
  • Tonstad S, Nathan E et al.:  Vegan diets and hypothyroidism; Nutrients. 2013 Nov 20;5(11):4642-52.
  • David J A Jenkins, Julia M W Wong et al.:  Effect of a 6-month vegan low-carbohydrate (‘Eco-Atkins’) diet on cardiovascular risk factors and body weight in hyperlipidaemic adults: a randomised controlled trial; BMJ Open 2014;4:e003505 doi:10.1136/bmjopen-2013-003505
  • Marian Glick-Bauer; Ming-Chin Yeh:  The Health Advantage of a Vegan Diet: Exploring the Gut Microbiota Connection; Nutrients 2014, 6(11), 4822-4838
  • Beezhold B, Radnitz C et al.:  Vegans report less stress and anxiety than omnivores; Nutr Neurosci. 2014 Nov 21.
  • Sutliffe JT, Wilson LD et al.:  C-reactive protein response to a vegan lifestyle intervention; Complement Ther Med. 2015 Feb; 23(1):32-7.
  • Karin Gatternig, Kurt Widhalm: vegane Ernährung Pro & Contra; Journal für Ernährungsmedizin 2013; 15(4), 23-24

 

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Umweltgifte: Dioxine, PCB und Cäsium in tierischen Lebensmitteln

Wildschweine 200Etwa 70 Prozent der aus Lebensmitteln aufgenommenen Dioxine und Polychlorierte Biphenyle (PCB) erfolgen über den Verzehr von tierischen Lebensmitteln wie Eier, Milch, Milchprodukte, Geflügel, Rind und Schweinefleisch. Obwohl die Dioxin- und PCB-Freisetzung in die Umwelt in den letzten Jahren 20 Jahren deutlich rückgängig ist, zeigt sich diese Tendenz nicht unbedingt durch eine Verringerung der Schadstoffgehalte in allen Lebensmittelgruppen.

Der Grund ist neben einer Neubelastung, dass diese Schadstoffe als Altlasten noch in den Böden und Sedimenten enthalten sein können. Betroffen ist vor allem der Grund von Gewässern wie Flüsse. Über wild lebende Flussfische können über die Nahrungskette immer noch erhebliche Mengen an Dioxinen und PCB aufgenommen werden. Gewarnt wird auch vor einer Dioxin- und PCB-Belastung in Dorschleber sowie in der Leber von Lämmern, Schafen und Wild.

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