«Mitgefühl mit Tieren und ein guter Charakter sind derart eng miteinander verknüpft, daß man mit Gewißheit feststellen kann, daß niemand, der grausam gegen Tiere ist, ein guter Mensch sein kann.»
(Arthur Schopenhauer)

Multiresistente Keime werden immer gefährlicher. Ende des Jahres 2015 identifizierten Wissenschaftler in Südchina bei zahlreichen Schweinen und Hühnern multiresistente Keime mit dem Gen MCR-1. MCR-1 bewirkt, dass multiresistente Darmbakterien nicht einmal mehr mit dem Notfallmedikament Colistin bekämpft werden können. Das Notfall Antibiotikum Colistin wird immer dann eingesetzt, wenn keine anderen Antibiotika mehr helfen.

Jetzt wurden in Deutschland Bakterien, die gegenüber Colistin resistent sind, gezielt auf das Gen MCR-1 untersucht. Und die Forscher wurden fündig:
Sie entdeckten das Gen in der Bakterien-Probe eines Menschen.

Bedenklich ist die Flexibilität dieses Gens. Es vermag von einem harmlosen Darmbakterium zu einem anderen Krankheitserreger zu wechseln. Besonders besorgniserregend ist auch, das die Bakterien, die bei Menschen gefunden wurden, nicht nur gegen ein Antibiotika resistent waren sondern gegen mehrere. Die Bakterien waren gegen Colistin und Carbapenem resistent, beides Notfallmedikamente, die normalerweise bei multiresistenten Keimen als letzte Maßnahme noch wirksam sind. 


Das Gen MCR-1 soll seit mindestens 2011 auch in Deutschland vorkommen. Das Resistenzgen wurde mittlerweile auch in anderen europäischen Ländern bei Mensch und Tier nachgewiesen, u.a. Anfang Dezember von dänischen Wissenschaftlern in Proben von deutschem Geflügelfleisch.

Die Nachricht über die fortschreitende Entwicklung von immer gefährlicheren multiresistenten Keimen beunruhigt die Fachwelt. Die Tendenz geht immer mehr dahin, dass kein Antibiotika mehr wirkt. Bisher dachte man, China sei ja weit weg, jetzt müssen die Wissenschaftler eingestehen, dass das Gen MCR-1 auch in Deutschland angekommen ist und mit ihm die Gefahr, dass bald kein Antibiotika mehr wirkt.

Humanmedizin und Veterinärmedizin müssen jetzt gut zusammenarbeiten, um das Resistenzproblem in den Griff zu bekommen, so die Direktorin des Charité-Instituts für Hygiene und Umweltmedizin, Petra Gastmeier.

So genannte Reserveantibiotika werden auch in der Tierzucht eingesetzt. Im Jahr 2014 sollen es in Deutschland 16 Tonnen gewesen sein. Der Vorsitzende des Bund Naturschutzes BUND, Hubert Weiger fordert, dass der Einsatz der für die menschliche Gesundheit besonders wichtigen Reserveantibiotika in der Tierhaltung gänzlich verboten wird.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) hat am Donnerstagabend ein Ende des verschwenderischen Umgangs mit Antibiotika in der Tierhaltung gefordert.

Referenz:
Augsburger-allgemeinde.de, Antibiotika wirkungslos: Gen macht Keime und Bakterien resistent

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