«Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wenn wir selbst lebende Gräber ermordeter Tiere sind, wie können wir dann auf dieser Welt ideale Zustände erwarten?»
(George Bernard Shaw)

Wissenschaftler der University of British Columbia in Vancouver publizierten, dass das tatsächliche Ausmaß der Überfischung weit über die Zahlen der FAO hinausgeht. Zu diesem Zweck haben Forscher die Fangzahlen der vergangenen 60 Jahre herangezogen, unter Verwendung einer Vielzahl anderer Quellen. Das Ergebnis ihrer Analyse zeigte, dass in der Vergangenheit viele Länder deutlich mehr Fisch aus dem Meer entnommen haben, als sie bisher annahmen.
Die weltweiten Fangzahlen zwischen 1950 und 2010 seien insgesamt um mehr als die Hälfte unterschätzt worden. Auf der Basis dieser Berechnungen ist davon auszugehen, dass jedes Jahr etwa 32 Mio. Tonnen Fisch gefangen werden, von denen offiziell niemand weiß.

Es ist auch davon auszugehen, dass die Fangmengen deutlich schneller zurückgehen, als die FAO angibt. Grund hierfür ist aber nicht eine Einsicht oder ein Bewusstsein für den Tierschutz, sondern ein starker Rückgang der Bestände.

Für den Rückgang der Fischbestände sind auch die Europäer in hohem Maße verantwortlich. Die Europäische Union ist mit einem Anteil von 24 Prozent am Weltmarkt der größte Nettoimporteur von Fisch. Nur 44 Prozent des in Europa konsumierten Fisches stammen aus europäischen Gewässern.
Pro Jahr verspeisen allein die Deutschen 14 kg Fisch pro Kopf. Um auf eine nachhaltige Menge zu kommen, müsste die Menge auf etwa 8 kg pro Kopf begrenzt werden.

Referenzen:

  • zeit.de 19.01.2016: Wir essen die Weltmeere leer
  • welt.de, 14.01.2016: Wie die Ernährung Depressionen beeinflusst


Archiv - Meldungen

Aus dem Archiv

Medikamente in Zuchtfischen nachgewiesen

Fisch- und Krustentiere aus Zuchtanlagen sind erheblich mit antimikrobiellen Medikamenten belastet.
Das ist das Prüfungsergebnis der Bundesregierung, die eine Untersuchungsreihe im Rahmen des Europäischen Schnellwarnsystems für Lebensmittel durchführen ließ, so ein Bericht vom Spiegel.

Ausgewertet wurden Laborproben von Lachsen, Forellen und Shrimps aus Aquakulturen der Jahre 2005 bis Ende März 2015. In 183 Fällen stellten die Prüfer pharmakologisch wirksame Stoffe fest. Insbesondere häufig wurden Rückstände der Fischarznei Malachitgrün gefunden, einem Stoff, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Aber auch Antibiotika und Antiseptika konnten nachgewiesen werden. In deutschen Proben von Krustentieren konnten letztere Stoffe 306 Mal ermittelt werden.

Insgesamt wurden in sechs Prozent der untersuchten Fisch- und Krustentierproben Arzneimittel gefunden. Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer von Bündnis 90/Die Grünen schlägt Alarm und warnt vor dem illegalen Einsatz von Medikamenten im Futter. "Dieser Masseneinsatz von Arzneien sorgt für Resistenzen und gefährdet die Gesundheit von Menschen", so Krischer.

Referenz:
Spiegel.de, 01.05.2015: Lebensmittel: Fische aus Zuchtanlagen stark mit Medikamenten belastet

 

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