«Ich hege keinen Zweifel darüber, daß es ein Schicksal des Menschengeschlechts ist, im Verlaufe seiner allmählichen Entwicklung das Essen von Tieren hinter sich zu lassen.»
(Henry David Thoreau)

Wissenschaftler der University of British Columbia in Vancouver publizierten, dass das tatsächliche Ausmaß der Überfischung weit über die Zahlen der FAO hinausgeht. Zu diesem Zweck haben Forscher die Fangzahlen der vergangenen 60 Jahre herangezogen, unter Verwendung einer Vielzahl anderer Quellen. Das Ergebnis ihrer Analyse zeigte, dass in der Vergangenheit viele Länder deutlich mehr Fisch aus dem Meer entnommen haben, als sie bisher annahmen.
Die weltweiten Fangzahlen zwischen 1950 und 2010 seien insgesamt um mehr als die Hälfte unterschätzt worden. Auf der Basis dieser Berechnungen ist davon auszugehen, dass jedes Jahr etwa 32 Mio. Tonnen Fisch gefangen werden, von denen offiziell niemand weiß.

Es ist auch davon auszugehen, dass die Fangmengen deutlich schneller zurückgehen, als die FAO angibt. Grund hierfür ist aber nicht eine Einsicht oder ein Bewusstsein für den Tierschutz, sondern ein starker Rückgang der Bestände.

Für den Rückgang der Fischbestände sind auch die Europäer in hohem Maße verantwortlich. Die Europäische Union ist mit einem Anteil von 24 Prozent am Weltmarkt der größte Nettoimporteur von Fisch. Nur 44 Prozent des in Europa konsumierten Fisches stammen aus europäischen Gewässern.
Pro Jahr verspeisen allein die Deutschen 14 kg Fisch pro Kopf. Um auf eine nachhaltige Menge zu kommen, müsste die Menge auf etwa 8 kg pro Kopf begrenzt werden.

Referenzen:

  • zeit.de 19.01.2016: Wir essen die Weltmeere leer
  • welt.de, 14.01.2016: Wie die Ernährung Depressionen beeinflusst


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Tod durch multiresistente Keime: bald so häufig wie durch Krebs?

Noch sind es etwa "nur" 6000 Menschen, die jährlich in Deutschland an den Folgen multiresistenter Keime sterben. Im Jahr 2050 könnten aber den multiresistenten Keimen genauso viele Menschen zum Opfer fallen, wie an Krebs. Das prognostizierte eine Wissenschaftlerin der Umweltmedizin der Berliner Charité im Juni 2015.

Jetzt haben Wissenschaftler bei Untersuchungen an Schweinen und Hühnern in Südchina bei fünf Prozent der Tiere ein Gen entdeckt, das Keime resistent gegen Antibiotika macht. Damit kann die Einschätzung der Wissenschaftlerin über die Prävalenz im Jahre 2050 bittere Wahrheit werden. Es handelt sich bei dem identifizierten Gen, das gegenüber Krankheitskeimen immun ist, um das Gen MCR-1. Auffallend war, dass die Tiere vermehrt mit resistenten Formen des Darmbakteriums Escherichia coli (E. coli) infiziert waren, und das Antibiotikum Colistin unwirksam war. Daraufhin schauten die Wissenschaftler genauer hin und stellten fest, dass alle entsprechenen Keime Plasmide mit dem Gen MCR-1 in sich trugen. Das Gen bewirkt, dass ganze Antibiotikafamilien gegen multiresistente Keime resistent sind, also auch gegen Polymyxine.  

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