«Wenn Schlachthäuser Glaswände hätten, würden alle Menschen vegetarisch leben»
(Paul McCartney)

 

Ernährungsumschulung zur Prävention und Therapie

Zu Beginn des Jahres 2007 schätzte die internationale Diabetes-Föderation (IDF) die Zahl der Diabetiker weltweit auf fast 250 Millionen, das heißt, dass sich in den letzten zwanzig Jahren die Zahl der Betroffenen versiebenfacht hat. Für die kommenden zwanzig Jahre wird ein weiterer Anstieg der Diabetikerfälle auf 350 Millionen weltweit vorausgesagt.

Derzeit leiden etwa sechs Millionen Deutsche an Diabetes – schon 2010 könnten es zehn Millionen sein. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat Ende 2006 die Diabetes-Epidemie als eine ernsthafte Bedrohung der Weltgesundheit bezeichnet und zum Kampf gegen diese Erkrankung aufgerufen. Diabetes tritt in vier Typen auf. Der Typ 1 wird durch Immunerkrankungen hervorgerufen; der Typ 3 durch Medikamente,
Hormonstörungen, Infektionen oder genetische Defekte; Typ 4 ist der seltene Schwangerschaftsdiabetes.
Prof. Dr. med. Werner Scherbaum aus dem Deutschen Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sagte dazu Folgendes: „Neue Hochrechnungen aus dem Jahr 2004 schätzen für das Jahr 2030 (weltweit, Anm. d. Verf.) eine Zahl von 366 Millionen Diabetikern. Dies ist hauptsächlich Folge des Bevölkerungswachstums, einer immer älter werdenden Bevölkerung, der Verstädterung, der ungesunden Ernährungsgewohnheiten und Folge der mangelnden körperlichen Bewegung ... Ungefähr die Hälfte aller Menschen mit Typ 2 Diabetes mellitus wissen nichts von ihrer Krankheit ... Auch heute noch beträgt die Zeit zwischen dem Beginn der Erkrankung und der Diagnosestellung 5-8 Jahre. In dieser Zeit können schon Organschäden auftreten. Daher sind auch bei vielen Patienten mit Diabetes mellitus schon zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Langzeitfolgen der Erkrankung nachzuweisen. Daher ist die frühzeitige Entdeckung des Diabetes eine der wichtigsten Maßnahmen überhaupt.“

Laut der Diabetes-KoDiM-Studie des Klinikums Rechts der Isar München aus dem Jahr 2001 unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Hauner beliefen sich 2001 die direkten diesbezüglichen Kosten für das Gesundheitswesen auf ca. 30 Milliarden Euro im Jahr, die Gesamtkosten, einschließlich der Kosten, welche dadurch der Wirtschaft und dem Rentensystem entstehen, auf ca. 60 Milliarden Euro. Hochgerechnet auf die gestiegene Zahl der Diabetiker im Jahr 2008 sind dies aktuell mehr als 80 Milliarden Euro. Damit ist der Diabetes mellitus die teuerste Stoffwechselkrankheit und stellt eine der größten Herausforderungen für das deutsche Gesundheitswesen wie auch für die Wirtschaft und die Rentenversicherung dar.

Selbst der Chef der Öffentlichkeitsarbeit von Novo Nordisk, Mike Rulis, sagte in Kopenhagen, mit der Unterstützung des Projekts säge das Unternehmen keineswegs den Ast ab, auf dem es sitze. „Wenn nichts gegen die Ausbreitung der Krankheit getan wird, ächzten bald fast alle Länder der Welt unter einer Überlast an Gesundheitskosten.“

Um eine langfristige Lösung für eine effiziente Versorgung im Bereich des Diabetes zu schaffen – so die wesentlichste Schlussfolgerung der erwähnten Diabetes-KoDiMStudie – bedarf es geeigneter Strategien, welche die Entstehung von Diabetes verhindern bzw. dessen Folgeschäden vermeiden. Aufklärung und Prävention, z. B. im Hinblick auf fett- und kalorienarme, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung sowie frühzeitige Behandlung, können hier einen deutlichen Beitrag leisten. Dabei ist die aktive Mitarbeit des Patienten unerlässlich.

95 Prozent der Betroffenen leiden unter dem so genannten Typ-2- Diabetes. Früher galt dieser als Altersdiabetes, heute sind vor allem Menschen im arbeitsfähigen Alter betroffen, zunehmend auch Kinder und Jugendliche. Der Hauptfaktor für die Entstehung des Typ-2-Diabetes ist Übergewicht. Der Präsident der deutschen Diabetesgesellschaft brachte die rasante Krankheitsausbreitung des Diabetes auf den simplen Nenner: „Wir essen zu viel, zu fett, zu kalorienhaltig und bewegen uns zu wenig.“

Wichtig für das Diabetesrisiko ist nicht nur das Ausmaß des Übergewichts, sondern vor allem die Fettverteilung. Das Fettgewebe im Bauchraum ist dabei besonders gefährlich. Es ist sehr stoffwechselaktiv und setzt verschiedene schädliche Substanzen frei wie freie Fettsäuren und verschiedene entzündungsfördernde Stoffe wie Adipokine. Diese Faktoren bewirken im Laufe der Zeit eine so genannte Insulinresistenz, d. h. die Körperzellen reagieren nicht mehr auf die Signale des Insulins. Wenn zu der Insulinresistenz noch eine verminderte Insulinfreisetzung kommt, führt dies zum Diabetes. Häufig treten neben einer Insulinresistenz und Übergewicht auch Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck auf. Dieses gemeinsame Auftreten bezeichnet man als „metabolisches Syndrom“. Chronisch erhöhte Glukosespiegel führen dazu, dass viele wichtige Biomoleküle des Körpers regelrecht verzuckern. Außerdem werden durch die verschiedenen Stoffwechselstörungen im Organismus des Diabetikers vermehrt freie Radikale gebildet. Auf Grund der Verzuckerung und des oxidativen Stresses entwickeln sich dann im Laufe der Zeit verschiedene Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Neuropathien und Erkrankungen der Nieren und der Netzhaut.

Die Insulinresistenz wird wesentlich vom Lebensstil beeinflusst und damit auch von der Ernährung. Die Zahl der Diabetiker nimmt dort rasant zu, wo der so genannte „Western-Diet Ernährungsstil“ gepflegt wird. Dies bedeutet einen hohen Anteil tierischer Produkte, einen hohen Verzehr einfacher Kohlenhydrate wie Weißmehl und Zucker sowie eine hohe Fettaufnahme.

Vegetarier haben durchschnittlich ein geringeres Risiko, an Diabetes zu erkranken als Mischköstler, was z. B. in der Siebentage-Adventisten-Studie nachgewiesen wurde. Die Vorteile einer vegetarischen Kost ergeben sich prinzipiell aus zwei Faktoren: aus einer hohen Aufnahme pflanzlicher Nahrungsmittel und aus dem Verzicht auf Fleisch, Wurst und Fisch. Im Folgenden werden zunächst wissenschaftliche Erkenntnisse über die Diabetes verursachenden Mechanismen des Fleischkonsums vorgestellt. In verschiedenen epidemiologischen Studien konnte gezeigt werden, dass eine Ernährung mit viel Fleisch und Fleischprodukten sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen die Entstehung von Übergewicht fördert.


Gesättigte Fettsäuren

Fleisch und Wurst enthalten relativ viele gesättigte Fettsäuren. In einigen Studien konnte nachgewiesen werden, dass diese die Insulinsensitivität vermindern und eine Insulinresistenz fördern können. Dazu muss man wis sen, dass das Fettsäurenmuster der Zellmembranen wesentlich von der Fettsäurezufuhr über die Nahrung beeinflusst wird. Die Fettsäurenzusammensetzung der Zellmembranen ist wiederum bedeutsam für deren Eigenschaften, vor allem auch für die Sensitivität der Insulinrezeptoren. Wenn die gesättigten Fettsäuren durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden, kommt es wieder zu einer Verbesserung der Insulinsensitivität.


Ferritin

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement und notwendig für den Sauerstofftransport und für die Zellfunktionen. Eine zu hohe Eisenkonzentration im Blut ist allerdings nicht wünschenswert, sondern kann vielmehr sogar gesundheitsschädlich sein. Erhöhtes Eisen kann oxidativen Stress verursachen und dadurch Gewebe zerstören. Zur Beurteilung des Eisenstatus wird heute das Eisenspeicherprotein Ferritin verwendet. Fleischesser haben z. B. deutlich höhere Ferritinkonzentrationen als Vegetarier. Eisenablagerungen in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse können zu Insulinresistenz und verminderter Insulinsekretion führen und somit das Risiko für Typ-2-Diabetes steigern. Es konnte jetzt klar nachgewiesen werden, dass erhöhte Ferritinkonzentrationen bei gesunden Frauen mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert waren, unabhängig von den bereits bekannten diabetischen Risikofaktoren. Diese Erkenntnisse wurden im Rahmen der Nurses-Health-Study festgestellt, einer groß angelegten US-amerikanischen Studie mit ca. 33.000 Frauen.

Hohe Ferritinspiegel zu Beginn der Schwangerschaft erhöhen das Risiko für Diabetes während der Schwangerschaft (den so genannten Gestations-Diabetes).


Hämeisen

In mehreren Studien konnte eine Korrelation zwischen dem Risiko für Diabetes-Typ-2 und der Verzehrmenge von rotem Fleisch dokumentiert werden. Besonders eindeutig erwies sich dieser Zusammenhang im Bezug auf die Aufnahme von Hämeisen, einer typischen Eisenverbindung, die nur im Fleisch vorkommt. Für nicht an Häm gebundenes Eisen, z. B. pflanzliches Eisen, konnte dieser Zusammenhang nicht nachgewiesen werden.


Übersäuerung

Es ist schon lange bekannt, dass eine hohe Zufuhr speziell tierischer Proteine eine leichte Übersäuerung des Stoffwechsels mit sich bringt, die wiederum zu erhöhten Cortisolspiegeln führt. Cortisol verursacht eine Veränderung der Fettverteilung und nimmt einen direkten negativen Einfluss auf die Insulinsensitivität im gesamten Organismus. Man kann davon ausgehen, dass leicht erhöhte Cortisolspiegel das Risiko für eine Insulinresistenz und den Typ-2-Diabetes erhöhen. In einer großangelegten Studie an 326.000 Frauen über einen Zeitraum von neun Jahren wurde ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Diabetesrisiko und der Aufnahme von Proteinen und Cholesterin tierischen Ursprungs festgestellt. Die Autoren empfehlen daher eine verstärkte Proteinaufnahme über vegetarische Produkte.

Im Rahmen der Adventist Health Study und der Adventist Morality Study wurde das Neuauftreten des Diabetes mellitus über einen Zeitraum von 17 Jahren beobachtet. Dabei zeigte sich eindeutig, dass der Fleischverzehr – im Vergleich zu einer vegetarischen Ernährung – zu einem erhöhten Risiko für Diabetes mellitus führte (74 Prozent). Besonders durch den Verzehr verarbeiteter Fleischwaren stieg das Diabetesrisiko beträchtlich an.


Vegetarische Kost bestens bei Diabetes

Der Verzicht auf Fleisch, Wurst und Fisch vermindert also das Risiko für die Entstehung des Diabetes; darüber hinaus bietet die vegetarische Ernährung noch viele weitere gesundheitliche Vorteile für die Vorbeugung und Behandlung des Diabetes mellitus.
Dazu einige interessante Fakten, die in den letzten Jahren publiziert wurden:

Von Wissenschaftlern der George-Washington-Universität wurden 99 Typ-2-Diabetiker randomisiert und entweder mit einer fettarmen veganen Kost oder entsprechend den Richtlinien der Diabetes Association ernährt. Die fettarme vegane Diät führte zu einer stärkeren Verbesserung krankhafter Stoffwechselparameter als die übliche Diabetikerdiät. Es kam in dieser Testgruppe vor allem auch zu einer geringeren Albuminausscheidung.
In einer weiteren Studie aus Brasilien konnte nachgewiesen werden, dass eine vegetarische Kost die Albuminausscheidung bei Typ-2-Diabetikern deutlich verminderte. Typischerweise kommt es im Laufe der Diabeteserkrankung auf Grund der krankheitsbedingten Störung der Nierenfunktion zu einer vermehrten Ausscheidung des Plasmaproteins Albumin. Die Eiweißausscheidung ist ein Maßstab für die Beeinträchtigung der Nierenfunktion.

Das Fortschreiten dieser Nierenfunktionsstörung kann durch den Ersatz tierischer Proteine durch pflanzliche Proteine gut aufgehalten werden: Pflanzliche Proteine belasten die Nieren deutlich weniger als tierische.
Eine Arbeitsgruppe einer Universität in Taiwan verglich die Insulinsensitivität von Vegetariern und Mischköstlern. Vegetarier zeigten eine höhere Insulinsensitivität, die in direktem Zusammenhang mit der Dauer des Vegetarismus stand. Je länger die vegetarische
Ernährung praktiziert wurde, desto höher war die Insulinsensitivität.
Um eine Insulinresistenz und chronisch erhöhte Insulinspiegel zu normalisieren, muss unbedingt eine Ernährung mit niedrigem glykämischen Index durchgeführt werden, da sich sonst die Insulinrezeptoren nicht wieder normalisieren können. Die Blutzuckereinstellung kann durch eine hohe Zufuhr an Ballaststoffen wesentlich verbessert werden. Auch aus diesem Grund ist eine ballaststoffreiche Kostvorteilhaft für die Vorbeugung und Behandlung des Diabetes.

In pflanzlicher Kost kommen verschiedene Mikronährstoffe vor, die vom Diabetiker in größerer Menge benötigt werden. Chrom und Mangan z. B. spielen eine wichtige Rolle für die Insulinempfindlichkeit und die Blutzuckerregulation. Diabetiker verlieren vermehrt Magnesium über den Urin, was die Blutzuckereinstellung erschwert. Deshalb sind magnesiumreiche pflanzliche Nahrungsmittel besonders hilfreich, z. B. grüne Blattsalate. Beim Diabetiker besteht ein oxidativer Stress und dadurch ein deutlicher Mehrbedarf an antioxidativen Verbindungen, die mit einer vegetarischen Kost weit besser als mit der Mischkost zugeführt werden können. Solche pflanzlichen Antioxidanzien sind z. B. die Flavonoide, die in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten vorkommen: z. B. in Äpfeln, Zwiebeln, Beeren. Andere Antioxidanzien sind die Polyphenole, die z. B. in Walnüssen enthalten sind.

Auch hinsichtlich der diabetestypischen Fettstoffwechselstörungen ist die vegetarische Kost vorteilhaft, da eine geringe Zufuhr gesättigter Fettsäuren ebenfalls den Cholesterinspiegel positiv beeinflusst. Außerdem erleichtert eine vegetarische Ernährung die Normalisierung des Blutdrucks.

Im Rahmen der Epic-Studie wurde die Ernährungsweise von 10.449 Diabetikern überwacht. Eine vermehrte Zufuhr von Gemüse, Hülsenfrüchten und Obst war mit einem deutlich reduzierten Sterblichkeitsrisiko assoziiert und vor allem auch mit einem erniedrigten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


Kasuistiken


All diese aktuellen Forschungsergebnisse sind Bestandteil des Behandlungskonzeptes der HG Naturklinik Michelrieth. Basis der Therapie ist das Heilfasten nach den Gesetzen der Natur. Dabei muss der Patient nicht auf Nahrung verzichten, sondern schult an einem eigens für dieses Heilfasten konzipierten Buffet seine fünf Sinne in der Frage: Was und wie viel braucht mein Körper wirklich, um gesund und vital zu werden oder
zu bleiben und eine Wohlfühlfigur zu erhalten? Dabei wird selbstverständlich auch die Nahrung reduziert, da ohne Nahrungsreduktion kein Abnehmen erreicht werden kann. Begleitet wird das Heilfasten nach den Gesetzen der Natur von Bewegung, entschlackenden und entgiftenden Maßnahmen, Mikronährstoffen, welche den Stoffwechsel und somit das Abnehmen unterstützen, und von Ernährungsschulungen sowie therapeutischen Gesprächen, die dazu dienen, die Ursachen falschen Essverhaltens und Lebensstils zu ergründen und Auswege daraus zu erarbeiten.

Die Kombination all dieser Behandlungskomponenten führt in vielen Fällen zu einem signifikanten Erfolg, der nicht nur für die Dauer der Behandlung in unserer Klinik anhält, sondern sich auch darüber hinaus zu Hause weiter fortsetzt.


Fall 1

Eine 54 -jährige Patientin mit insulinpflichtigem Diabetes, Übergewicht, Belastungsdyspnoe und schneller Ermüdbarkeit sucht in unserer Klinik Hilfe. Zu Beginn der Behandlung benötigt sie 67 Einheiten Insulin.

Behandlung: Heilfasten nach den Gesetzen der Natur mit Ernährungsumstellung und -schulung, Bewegungstraining, Unterstützung der Leber- und Nierenentgiftung mit Phytopharmaka und Homöopathika, Mikronährstoffsubstitution nach individueller Mikronährstoffanalyse, Antioxidanzien, Gespräche.

Verlauf: Nach 14 Tagen hat die Patientin 3 kg abgenommen, kann große körperliche Belastung wie eine Stunde Nordic Walking ohne Mühe bewältigen und kann ihre Insulindosis auf 24 Einheiten am Tag reduzieren.


Fall 2

Ein 61 -jähriger Mann mit insulinpflichtigem Diabetes Typ 2, starker beidseitiger Kniegelenksarthrose und Übergewicht kommt in unsere Klinik. Der Diabetes besteht seit mehr als zehn Jahren, seit einigen Jahren muss der Patient Insulin spritzen. Die Dosis musste er immer weiter steigern, bis zuletzt auf 120 Einheiten am Tag. Laut seinem Diabetologen müsse er sein ganzes Leben lang Insulin spritzen, und er müsse damit rechnen, dass die Insulindosis immer höher würde. Durch die dadurch veränderte Stoffwechsellage nahm er auch immer mehr an Gewicht zu, was wieder den Diabetes verschlimmerte. Der Patient hat schon alles versucht, um Gewicht zu reduzieren, nichts half.

Behandlung: Heilfasten nach den Gesetzen der Natur, Ernährungsumstellung, spezielle naturheilkundliche Therapien zur Entschlackung und Stoffwechselaktivierung, Mikronährstoffergänzung, naturheilkundlichen Medikamente, spezielle Bewegungsübungen

Verlauf: Durch die individuelle Begleitung und Betreuung kann der Patient innerhalb von sechs Wochen sein Gewicht um 23 kg und die Insulindosis auf 53 Einheiten reduzieren. Zu Hause führt er die gelernten Aspekte weiter. Ein halbes Jahr später braucht er kein Insulin mehr.


Zusammenfassung
Zusammenfassend kann man sagen, dass bei den allermeisten Fällen von Typ-2-Diabetes mit Hilfe des oben beschriebenen Behandlungskonzeptes eine deutliche Verbesserung der Stoffwechsellage erreicht werden kann. Dieser Erfolg zeigt sich in Form einer z. T. erheblichen Reduzierung der Medikamentendosis, oral oder Injektion, sowie einer wesentlich verbesserten Leistungsfähigkeit und Vitalität
Diabetes ist einerseits die Krankheit, die u. a. am schnellsten zunimmt und sehr viel Leid und mit die meisten Kosten verursacht, andererseits ist es eine Erkrankung, die durch ein ganzheitliches Therapiekonzept mit vegetarischer Ernährung, Ernährungsschulung, Bewegung, Entschlackung mit Hilfe physikalischer Therapien, mit phytotherapeutischen und homöopathischen Medikamenten und individueller Supplementierung der erforderlichen Mikronährstoffe sowie durch eine Änderung der Lebensweise hervorragend zu behandeln ist. Es liegt an uns Ärzten und Therapeuten, unseren Patienten diese Möglichkeiten zu eröffnen.

Eine schöne und dankbare Aufgabe, die dem Wesen des Arztseins noch entspricht: dem Patienten dabei zu helfen, sich neu zu orientieren, wieder mehr in Einklang mit der Natur zu gelangen und den Naturkörper Mensch verstehen zu lernen; den Körper in der jeweiligen Phase zu unterstützen und so den Selbstheilungskräften des Patienten die Möglichkeit zu geben, aktiv zu werden und zu heilen. Copyright © 2008

Literatur beim Verfasser:
Dr. med. Hans-Günther Kugler
Ärztegesellschaft zur Förderung der
vegetarischen Ernährung,
Löwensteinstraße 9
D-97828 Marktheidenfeld-Michelrieth
www.diagnostisches-centrum.de

Dr. med. Arno Schneider
HG Naturklinik Michelrieth GmbH
Löwensteinstraße 12 - 15
D-97828 Marktheidenfeld-Michelrieth
www.naturklinik.com

Veröffentlicht in:
COMED Heft 9/ 2008

 

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