«Auschwitz fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt: ‹Es sind ja nur Tiere.›»
(Theodor W. Adorno)

In epidemiologischen Studien wurde eine positive Assoziation zwischen dem Verzehr von hocherhitztem Fleisch und dem Pankreaskarzinom beobachtet. Im Rahmen „The Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian (PLCO) Cancer Screening Tria“ wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen der Aufnahme von heterozyklischen Aminen und Benzpyren-Mutagenen und dem Pankreasrisiko untersucht.

An der Studie nahmen 62.581 Versuchspersonen teil. Während des zehnjährigen Beobachtungszeitraums wurden 248 Fälle von Pankreaskarzinom festgestellt. Eine Ernährungsvorliebe für durchgegartes Fleisch war generell mit einem erhöhten Risiko für diese Erkrankung verbunden. Zur Beurteilung der Aufnahme von heterozyklischen Aminen und Benzpyren- Mutagenen wurde ein Mutagenic Activity Index definiert. Insgesamt zeigte sich, dass der Verzehr von durchgegartem Fleisch, das bei hohen Temperaturen zubereitet wurde und das hohe Spiegel an Mutagenen enthielt, das Risiko für Pankreaskrebs erhöht.

Referenz:
Anderson KE et al.: Pancreatic cancer risk: Associations with meat-derived carcinogen intake in the prostate, lung, colorectal, and ovarian cancer screening trial (PLCO) cohort; Mol Carcinog. 2012 Jan; 51(1): 128-37


Aus dem Archiv

Schleichende Hirnschäden durch Toxoplasmose

Nach Schätzungen von Fachleuten trägt jeder Zweite in Deutschland den Erreger Toxoplasmose gondii in seinem Körper. Die Infektion galt bisher nur für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und für Schwangere als gefährlich. Für rund 90 Prozent der mit Toxoplasmose Angesteckten würde die Infektion keine Folgen haben, so die bisher weitverbreitete Ansicht. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund ist jetzt zu ganz anderen Ergebnissen gekommen.

Die Wissenschaftler testeten in einer Doppelblindstudie die geistigen Leistungen von über 60-Jährigen. Die eine Hälfte war latent mit Toxoplasmose infiziert, die andere Hälfte nicht. Alle Studienteilnehmer mussten verschiedene Tests zur Erfassung der Hirnleistungsfähigkeit durchführen. Die Toxoplasmose-positiven Probanden schnitten im Arbeitsgedächtnis-Test um 35 Prozent schlechter ab als die Nichtinfizierten. Es zeigten sich auch Unterschiede bei der Bestimmung der Hirnströme. Nach Auffassung der Forscher lassen die Ergebnisse den Schluss zu, dass eine latente Infektion mit Toxoplasma gondii zu Spätfolgen im Gehirn führen könne. Geplant sind nun Folgestudien zur Klärung der Frage, ob es einen Zusammenhang von Toxoplasmose und Demenz gibt. Eine Toxoplasmoseansteckung erfolgt u.a. auch durch den Verzehr von rohem Fleisch oder entsprechenden Fleischprodukten oder von nicht durchgegartem Fleisch.

Referenz:
scinexx.de, 25.10.2016: Schleichende Hirnschäden durch Toxoplasmose?

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